Entscheidung gefallen: Toni Faber tritt ab
Jetzt ist es offiziell bestätigt und eine der prägnantesten Entscheidungen für die Erzdiözese Wien gefällt. Der wohl bekannteste und medienpräsenteste Geistliche des Landes, Dompfarrer Toni Faber, steht vor seinem Abschied vom Wiener Stephansdom. Wie der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl am Samstag bestätigte, wird der prominente Seelsorger im Sommer 2027 seine weithin sichtbare Funktion als Dompfarrer offiziell zurücklegen und in Pension gehen.
Pension mit Ansage nach einvernehmlichen Gesprächen
Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl bestätigte die Personalie gegenüber dem Kurier. Demnach sei der endgültige Abschied vom wichtigsten Pfarrposten der Bundeshauptstadt für Juli 2027 angesetzt. Zu diesem Zeitpunkt wird Faber seinen 65. Geburtstag feiern und den Weg für eine personelle Neuaufstellung freimachen. Laut Erzbischof Grünwidl sei man in sehr guten und harmonischen Gesprächen zu dieser Übereinkunft gelangt: „Toni Faber hat meinem Wunsch entsprochen, dass ich nach seinem 30-jährigen Jubiläum als Dompfarrer mir Gedanken über einen neuen Dompfarrer machen kann.“
Rekordamtszeit am Steffl: 30 Jahre im Dienst des Doms
Mit dem geplanten Abgang im Sommer 2027 geht am Wiener Stephansdom eine beispiellose Ära zu Ende. Die Kirchenleitung verwies in einer ersten Stellungnahme ausdrücklich auf Fabers außergewöhnliche Verdienste und seine historische Rekordamtszeit. Niemand vor ihm hat das herausfordernde Amt des Dompfarrers am weltberühmten „Steffl“ über einen so langen Zeitraum ununterbrochen ausgeübt. Er prägte das Bild der katholischen Kirche in Wien über drei Jahrzehnte lang wie kaum ein anderer.
Hintergründe: Öffentliche Auftritte und interne Kritik am Lebensstil
Obwohl die Pensionierung formell mit dem Erreichen des entsprechenden Alters begründet wird, gab es bereits im Vorfeld mediale Berichte über interne Spannungen bezüglich des extrovertierten Auftretens des Geistlichen.
Während Grünwidls langjähriger Vorgänger, Kardinal Christoph Schönborn, schützend seine Hand über Faber hielt und ihn gegen innerkirchliche Kritik wegen seines mondänen Lebensstils stets verteidigte, weht unter der neuen Führung der Erzdiözese Wien offensichtlich ein spürbar anderer Wind.
Zukunft nach dem Abschied: „Mit Leib und Seele Priester“
Trotz des bevorstehenden Rückzugs aus der ersten Reihe im Sommer 2027 denkt Toni Faber keineswegs an einen kompletten Ruhestand. Er betont im Interview mit dem Kurier, dass er der Kirche sowie den Menschen in Wien erhalten bleiben möchte: „Ich bleibe mit Leib und Seele Priester.“
Faber sehe seine zukünftige Rolle vor allem als Brückenbauer und Vermittler an den Schnittstellen zwischen Kirche, Kultur und der modernen Stadtgesellschaft. Wie die Diözesanleitung bestätigt, würden derzeit noch detaillierte interne Verhandlungen darüber laufen, welche konkrete seelsorgerische Funktion Faber im direkten Umfeld des Stephansplatzes nach seiner Pensionierung genau übernehmen wird.