Direkt zum Inhalt
Goldenes Tesla Cybercab beim Robotaxi-Start in Austin ohne Lenkrad und Pedale.
Das goldene Tesla Cybercab ist in Austin erstmals im Robotaxi-Einsatz. Das autonome Fahrzeug kommt ohne Lenkrad und Pedale aus.
Das goldene Tesla Cybercab ist in Austin erstmals im Robotaxi-Einsatz. Das autonome Fahrzeug kommt ohne Lenkrad und Pedale aus.
APA-Images / AFP / RONALDO SCHEMIDT

Tesla Cybercab startet ohne Lenkrad: Jetzt beginnt Teslas Robotaxi-Wette

04.09.2026 um 12:21, Stefanie Hermann
min read
Das Tesla Cybercab startet ohne Lenkrad und Pedale in Austin. Doch nur 45 Fahrzeuge sind registriert und Konkurrent Waymo ist deutlich voraus.

Tesla bringt das Tesla Cybercab erstmals in seinen regulären Robotaxi-Betrieb. In Austin im US-Bundesstaat Texas können Fahrgäste den goldfarbenen Zweisitzer ohne Lenkrad und Pedale bestellen. Der viel angekündigte Start fällt deutlich kleiner aus, als es die großen Robotaxi-Pläne von Elon Musk vermuten ließen.

Tesla Cybercab fährt erstmals Passagiere durch Austin

Seit Donnerstag ist das Tesla Cybercab in ausgewählten Teilen von Austin unterwegs. Tesla hat sein Robotaxi von Beginn an als Fahrzeug konzipiert, das ohne Lenkrad und Pedale auskommt. Damit unterscheidet es sich grundlegend von den Model Y, mit denen der Konzern seinen Robotaxi-Dienst im Juni 2025 gestartet hat. Diese Fahrzeuge sind ursprünglich für menschliche Fahrer ausgelegt.

Nur 45 Cybercabs sind bislang in Texas registriert

Von einer großen Flotte ist Tesla allerdings noch weit entfernt. In Texas sind aktuell 45 Cybercabs sowie 375 weitere selbstfahrende Tesla registriert. Damit kommt der Hersteller auf insgesamt 420 autonome Fahrzeuge.

Waymo ist Tesla bei der Flottengröße voraus

Waymo, die Robotaxi-Tochter des Google-Mutterkonzerns Alphabet, verfügt in Texas bereits über 988 registrierte Fahrzeuge und damit über mehr als doppelt so viele wie Tesla. Insgesamt betreibt Waymo laut den vorliegenden Angaben rund 4.000 Taxis in 14 US-Städten. Tesla hat angekündigt, seinen Dienst langfristig auf sämtliche großen US-Metropolregionen auszuweiten.

Tesla setzt beim Cybercab vollständig auf autonome Technik

Technisch geht Tesla einen entscheidenden Schritt weiter. Das Cybercab besitzt weder Lenkrad noch Pedale und ist damit vollständig für den autonomen Betrieb ausgelegt. Die Bremsen lassen sich einzeln an jedem Rad steuern. Außerdem setzt Tesla auf ein 48-Volt-Niederspannungssystem, wie es bereits beim Cybertruck zum Einsatz kommt. Als Energiespeicher dienen eigene 4680-Batteriezellen.

Nachtfahrten sollen erst später folgen

Der Einsatz bleibt zum Start eingeschränkt. Die Cybercabs sind zunächst nur tagsüber in Austin unterwegs. Fahrten bei Nacht sollen laut Tesla-KI-Chef Ashok Elluswamy ungefähr einen Monat später folgen. Wie viele der 45 registrierten Fahrzeuge tatsächlich Passagiere befördern, hat Tesla zunächst nicht bekannt gegeben.

Reuters-Test zeigt Probleme im Robotaxi-Alltag

Wie groß die Herausforderungen weiterhin sind, zeigt ein Praxistest von Reuters. Ein Reporter hat teilweise lange auf verfügbare Fahrzeuge warten müssen. Lediglich drei Fahrten sind zustande gekommen. Bei allen drei Fahrten hat das Fahrzeug das gewünschte Ziel nicht erreicht. 

Behörden könnten Teslas Ausbau bremsen

Neben technischen Problemen steht Tesla vor regulatorischen Hürden. US-Bundesvorschriften begrenzen die Zahl jener Fahrzeuge, die Hersteller ohne klassische Bedienelemente wie Lenkrad und Pedale verkaufen dürfen. In Kalifornien fehlt Tesla zudem die notwendige Genehmigung, um einen Robotaxi-Dienst oder Tests ohne Sicherheitsfahrer durchzuführen. Ein schneller landesweiter Ausbau ist deshalb keineswegs garantiert.

Musks „Sturm von Cybercabs“ beginnt vorerst klein

Elon Musk hat vor dem Start einen „Sturm von Cybercabs“ angekündigt. Davon ist in Austin zunächst wenig zu sehen. Tesla plant langfristig eine Jahresproduktion von 125.000 Cybercabs und setzt große Hoffnungen auf autonomes Fahren. Gleichzeitig hat Musk in der Vergangenheit mehrfach ambitionierte Zeitpläne für vollständig selbstfahrende Tesla nicht eingehalten.

more