Mindestens fünf Tote: Explosion in Waffenfabrik
Inhalt
- Schwarzer Rauch über der Fabrik
- Regierung mobilisiert alle Einsatzkräfte
- Wichtiger Standort der Rüstungsindustrie
- Bereits dritte Katastrophe in wenigen Jahren
- Zusammenhang mit Raketenantrieben vermutet
Eine schwere Explosion in einer südkoreanischen Rüstungsfabrik hat am Montag mehrere Menschenleben gefordert. Nach Angaben der Behörden kamen mindestens fünf Personen ums Leben, zwei weitere wurden schwer verletzt.
Das Unglück ereignete sich in einer Anlage des Rüstungskonzerns Hanwha Aerospace in der Stadt Daejeon, rund 150 Kilometer südlich der Hauptstadt Seoul. Die Einsatzkräfte sind weiterhin vor Ort. Behörden schließen nicht aus, dass die Zahl der Opfer noch steigen könnte.
Schwarzer Rauch über der Fabrik
Die Explosion ereignete sich am Montagvormittag Ortszeit und löste sofort einen Großeinsatz aus. Augenzeugen berichteten von einer gewaltigen Detonation, gefolgt von einer dichten schwarzen Rauchwolke, die über dem Fabrikgelände aufstieg.
Bilder vom Unglücksort zeigten dunklen Rauch, der weithin sichtbar in den Himmel ragte. Die Rettungskräfte rückten mit einem Großaufgebot an, um Verletzte zu versorgen und mögliche weitere Opfer zu suchen.
Regierung mobilisiert alle Einsatzkräfte
Südkoreas Ministerpräsident Kim Min-seok reagierte unmittelbar nach Bekanntwerden der Explosion. Er forderte die zuständigen Behörden auf, sämtliche verfügbaren Einsatzkräfte und technischen Mittel für die Rettungsarbeiten bereitzustellen.
Die Bergungs- und Suchmaßnahmen liefen auch Stunden nach dem Vorfall noch auf Hochtouren. Die Behörden konzentrieren sich derzeit darauf, die genaue Zahl der Betroffenen festzustellen und mögliche Gefahren auf dem Gelände auszuschließen.
Wichtiger Standort der Rüstungsindustrie
Der betroffene Standort in Daejeon zählt zu den bedeutendsten Anlagen der südkoreanischen Rüstungsindustrie. Hanwha Aerospace entwickelt und produziert dort unter anderem Komponenten für Raketenantriebe sowie Raketentreibstoffe. Gerade wegen dieser sensiblen Produktionsbereiche gelten in solchen Anlagen besonders hohe Sicherheitsstandards. Umso größer ist nun die Aufmerksamkeit rund um die Ermittlungen zur Ursache der Explosion.
Bereits dritte Katastrophe in wenigen Jahren
Besonders brisant: Es handelt sich nicht um den ersten schweren Zwischenfall in dieser Fabrik. Bereits in den vergangenen Jahren kam es dort zu mehreren tödlichen Explosionen.
Im Mai 2018 starben bei einem ähnlichen Vorfall fünf Menschen. Nur wenige Monate später, im Februar 2019, kamen erneut drei Personen ums Leben. Die neuerliche Katastrophe wirft deshalb Fragen nach den Sicherheitsmaßnahmen und den Arbeitsbedingungen in der Anlage auf.
Zusammenhang mit Raketenantrieben vermutet
Laut einem Bericht des südkoreanischen Nachrichtenportals News1 könnte die Explosion erneut im Zusammenhang mit Arbeiten an Raketenantrieben stehen. Offiziell bestätigt wurde diese Information von den Behörden bisher allerdings nicht. Die Ermittler untersuchen derzeit sämtliche möglichen Ursachen des Unglücks. Dazu gehören sowohl technische Defekte als auch mögliche Fehler bei Arbeitsabläufen.