Cres: Seltener Riesenhai in der Adria gefilmt
Riesenhai in Cres sorgt für Aufsehen: Vor der kroatischen Insel Cres ist ein gewaltiger Riesenhai gesichtet und gefilmt worden. Die Aufnahmen entstanden am 22. Februar 2026 in der Kvarner Bucht im Norden der Adria. Expert:innen des Blue World Institute identifizierten das Tier anhand des Videomaterials eindeutig als Riesenhai (Cetorhinus maximus). Nach Schätzungen misst das Exemplar rund zehn Meter.
Seltene, aber regelmäßige Besucher in der Adria
Riesenhaie gelten in der Adria als seltene, aber regelmäßige Wanderart. Sie tauchen vor allem im Spätwinter und Frühling im nördlichen Adriateil auf. Dort suchen sie in Bereichen mit hoher Planktonkonzentration nach Nahrung. Das Kvarner-Gebiet weist die höchste Zooplankton-Biomasse in der gesamten Adria auf und bietet den Tieren damit ideale Bedingungen.
Immer wieder gibt es Einzelsichtungen entlang der kroatischen Küste. Ein Fischer berichtet, im Frühjahr habe ein Riesenhai mit seiner markanten Rückenflosse längere Zeit sein Boot umkreist. Zwei Monate nach dieser Beobachtung fängt ein anderer Fischer in der Adria einen Weißen Hai. Solche Vorfälle zeigen, dass die Region für verschiedene große Haiarten ein bedeutendes Durchzugsgebiet ist.
Gigantischer, ungefährlicher Planktonfresser
Der jetzt vor Cres gefilmte Meeresriese gehört zu den größten Fischen der Welt. Fachleute des Blue World Institute erläutern, der Riesenhai sei nach dem Walhai die zweitgrößte Haiart der Welt und könne eine Länge von über zehn Metern erreichen. Im Englischen wird er „basking shark“ genannt, was „sich sonnender Hai“ bedeutet und auf seine oft gemächliche Schwimmweise nahe der Oberfläche hinweist.
Trotz seiner Größe gilt der Riesenhai als harmlos für den Menschen. Er ist ein reiner Planktonfresser und filtert das Meer mit weit geöffnetem Maul. Menschen stehen nicht auf seinem Speiseplan, Angriffe sind nicht bekannt. Badegäste und Bootsfahrer müssen daher keine direkte Gefahr befürchten, sollten dem Tier aber respektvollen Abstand lassen und es nicht bedrängen.
Schutz und Forschung: Meldungen ausdrücklich erwünscht
Riesenhaie stehen auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN. Die Bestände gingen durch frühere intensive Bejagung drastisch zurück. Über Jahrzehnte wurden die Tiere wegen ihres Öls, Fleisches und ihrer Flossen verfolgt; auch in Europa jagte man sie gezielt wegen des Lebertrans. Die Flossen sind in Teilen Asiens begehrt, etwa als Zutat in der traditionellen Küche und Medizin.
Um die verbliebenen Bestände besser zu schützen, sind aktuelle Daten zu Vorkommen und Wanderbewegungen entscheidend. Das Blue World Institute ruft daher Urlauber und Einheimische dazu auf, Sichtungen von Riesenhaien zu melden, entweder über die kostenlose Marine Ranger App oder per E-Mail. Jede gemeldete Beobachtung hilft, Wanderrouten und Verhalten der Tiere genauer nachzuvollziehen und wirksame Schutzmaßnahmen für den „sich sonnenden Hai“ in der Adria zu entwickeln.