Rekord: 2,6 Mio. gefälschte Medikamente 2021 beschlagnahmt

So viele gefälschte und illegale Medikamente wie nie zuvor, nämlich 2,62 Millionen, wurden 2021 vom österreichischen Zoll aufgegriffen. Sichergestellt wurden vor allem Potenz- und Schlafmittel, aber auch vermeintliche Covid-19-Medikamente wie Ivermectin.
Autor: Conny Engl, 31.03.2022 um 15:10 Uhr

Es ist ein trauriger Rekordwert: Genau 2.621.483 gefälschte und illegale Medikamente wurden 2021 vom österreichischen Zoll beschlagnahmt – wie dem am Donnerstag veröffentlichten Produktpirateriebericht des Bundesministeriums für Finanzen zu entnehmen ist. Im Vergleich zum Jahr 2020 ist das ein fettes Plus von 650 Prozent.

Von Fake-Viagra bis Anti-Wurmmittel

Spitzenreiter unter den Arzneimittelfälschungen waren Potenzmittel sowie fruchtbarkeitsfördernde Produkte, gefolgt von Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten. Auch das von FPÖ-Chef Herbert Kickl angepriesene Anti-Wurmmittel wurde von den Zollbeamten in hoher Zahl sichergestellt – seit September vergangenen Jahres ist die Anzahl von geschmuggeltem Ivermectin förmlich explodiert, wir haben berichtet. Vereinzelt fanden sie noch weitere vermeintliche Medikamente zur Behandlung von Covid-19. Außerdem wurden Chemikalien sichergestellt, die zur illegalen Drogenherstellung eingesetzt werden könnten.

Bei Online-Kauf auf Zertifizierung achten

Alexander Herzog, Generalsekretär der Pharmig, zeigt sich angesichts des Rekordwerts schockiert und warnt vor den Gefahren von Arzneimittelfälschungen: „Präparate aus den Händen von Fälscherbanden sind qualitativ minderwertig und können bei Patienten im schlimmsten Fall zum Tod führen.“ Sicherheit beim Kauf eines Medikaments bietet laut Herzog nur die legale Lieferkette, bestehend aus Hersteller, Großhandel und Apotheke, wo es strenge Sicherheitsvorkehrungen gibt. Rezeptfreie Arzneimittel kann man zudem sicher bei zertifizierten Internet-Apotheken einkaufen.

Das ist äußerst alarmierend, denn es handelt sich um eine ernstzunehmende Bedrohung für die öffentliche Gesundheit. – Pharmig-Generalsekretär Alexander Herzog