Fastenzeit und Ramadan 2026: Was Christen und Muslime gemeinsam haben
- Ramadan und Fastenzeit 2026: Seltene zeitliche Überschneidung
- Passionszeit: Fasten im Christentum
- Ramadan: Fasten im Islam
- Fasten als gemeinsamer Ausdruck des Glaubens
- Gemeinsamkeiten Christentum und Islam
Mit dem heutigen Tag beginnen zwei der wichtigsten religiösen Fastenzeiten der Welt: die christliche Fastenzeit (Passionszeit) und der islamische Ramadan 2026. Weltweit begehen mehr als zwei Milliarden Menschen diese Wochen der Enthaltsamkeit, des Gebets und der Besinnung. Während Christinnen und Christen auf bestimmte Speisen oder Gewohnheiten verzichten, fasten Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. In Österreich betrifft das Millionen Gläubige beider Religionen.
Ramadan und Fastenzeit: Seltene zeitliche Überschneidung
Dass sich Ramadan und Fastenzeit zeitlich überschneiden, kommt nur selten vor. Der islamische Kalender richtet sich nach dem Mondjahr und verschiebt sich jährlich um rund elf Tage nach vorne. 2026 fällt der Beginn des Ramadan auf den 18. Februar um 17:24 Uhr, der erste Fastentag auf den 19. Februar um 05:30 Uhr – also fast exakt auf den Beginn der christlichen Fastenzeit, die am Aschermittwoch, dem 18. Februar 2026, startet.
Fasten im Christentum: 40 Tage bis Ostern
Die christliche Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch und dauert 40 Tage bis Karsamstag, dem Tag vor Ostern. Sie erinnert an die 40 Tage, die Jesus laut Bibel betend und fastend in der Wüste verbrachte. Viele Christinnen und Christen verzichten in dieser Zeit auf Fleisch, Alkohol, Süßigkeiten oder digitale Medien. Neben dem Verzicht steht das Gebet, das Nachdenken über das eigene Leben und die Vorbereitung auf das Osterfest im Mittelpunkt. Immer häufiger wird das Fasten auch als Zeit des bewussten Lebens verstanden: weniger Konsum, mehr Achtsamkeit.
Die christliche Fastenzeit endet mit dem Karsamstag, dem Tag vor Ostern. Mit der Feier der Osternacht wird das Ende der Passionszeit und zugleich der Beginn des Osterfestes, dem Fest zur Auferstehung Jesu Christi, markiert.
Fasten im Islam: Ramadan als Monat der Hingabe
Der Ramadan 2026 ist der neunte Monat des islamischen Mondkalenders und gilt als heiliger Fastenmonat. Von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang ist es gläubigen Muslimen untersagt, zu essen, zu trinken, zu rauchen oder sexuelle Beziehungen zu pflegen. Das Fasten wird täglich mit dem „Iftar“, dem gemeinsamen Fastenbrechen bei Sonnenuntergang, beendet – traditionell mit einer Dattel und Wasser. Neben dem körperlichen Verzicht steht die geistige Reinigung im Vordergrund: intensives Gebet, Lesen des Korans und wohltätiges Handeln. Der Ramadan endet mit dem Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr), einem der wichtigsten Feiertage des Islam.
Fasten als gemeinsamer Ausdruck des Glaubens
Trotz aller Unterschiede in Glaubenspraxis und Theologie eint beide Religionen die Idee, dass Fasten mehr als Verzicht bedeutet. Sowohl Christentum als auch Islam verstehen die Fastenzeit als Gelegenheit zur inneren Reinigung, Selbstdisziplin und Nächstenliebe.
Es ist Ausdruck von Glauben, Demut und innerer Einkehr. Sowohl Christen als auch Muslime nützen die Fastenzeit für eine bewusste Unterbrechung des Alltags, für Selbstdisziplin und das Nachdenken über die eigene Lebensführung.
Gemeinsamkeiten Christentum und Islam
Trotz unterschiedlicher Glaubenslehren teilen Christentum und Islam viele grundlegende Werte und Überzeugungen. Beide Religionen glauben an einen einzigen Gott, an die Schöpfung, an Propheten und an die Verantwortung des Menschen für sein Handeln. Sowohl Christinnen und Christen als auch Muslime betonen Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Solidarität als zentrale ethische Prinzipien. Gebet, Fasten und Wohltätigkeit gelten in beiden Religionen als Wege, den Glauben zu vertiefen und die Beziehung zu Gott zu stärken.
Im Christentum steht Jesus Christus im Mittelpunkt des Glaubens als Sohn Gottes und Erlöser der Menschheit. Im Islam wird Jesus (ʿĪsā) als einer der großen Propheten verehrt, der die Botschaft Gottes verkündet hat, jedoch nicht als göttlich gilt. Der Prophet Mohammed gilt im Islam als der letzte Gesandte Gottes, durch den der Koran offenbart wurde. Beide Religionen sehen in diesen Gestalten Wegweiser für Glauben, Demut und Mitmenschlichkeit.
FAQ: Fastenzeit und Ramadan 2026 – Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Wann beginnen Fastenzeit und Ramadan 2026?
Die christliche Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch, dem 18. Februar 2026, und dauert bis Karsamstag, den 4. April 2026. Der Ramadan 2026 beginnt am 18. Februar um 17:24 Uhr; der erste Fastentag ist der 19. Februar ab 05:30 Uhr, Ende ist der 19. März 2026.
Wie lange dauern die beiden Fastenzeiten?
Die Fastenzeit im Christentum dauert rund 40 Tage. Der islamische Fastenmonat Ramadan umfasst etwa 29 bis 30 Tage, abhängig von der Sichtung des Neumonds.
Was sind die wichtigsten Gemeinsamkeiten?
In beiden Religionen steht das Fasten für Besinnung, Enthaltsamkeit und spirituelle Reinigung. Sowohl Christinnen und Christen als auch Muslime verstehen die Fastenzeit als Gelegenheit zur Stärkung des Glaubens, zur Selbstdisziplin und zum bewussteren Umgang mit Konsum und Mitmenschen.
Worin unterscheiden sich die Fastenregeln?
Im Christentum verzichten viele auf bestimmte Speisen, Alkohol oder andere Gewohnheiten, meist individuell entschieden. Im Islam gelten klare Fastenregeln: Muslime verzichten im Ramadan von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und sexuelle Aktivitäten.
Wie enden die Fastenzeiten?
Die christliche Fastenzeit endet mit dem Osterfest, das an die Auferstehung Jesu Christi erinnert. Der Ramadan schließt mit dem Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr), einem der wichtigsten Feiertage des Islam, der das Ende des Fastens und den Beginn einer freudigen Feierzeit markiert.