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Ein Priester bei der Aschermittwoch-Segnung.
Der Aschermittwoch markiert den Beginn der Fastenzeit.
Der Aschermittwoch markiert den Beginn der Fastenzeit.
Thays Orrico/unsplash.com

Aschermittwoch: Beginn der Fastenzeit – was man wissen muss

18.02.2026 um 08:25, Stefanie Hermann
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Am Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit – ein Zeichen für Besinnung, Umkehr und Neubeginn. In ganz Österreich gibt es das Aschenkreuz heuer auch „to go“.

Mit dem Aschermittwoch hat am 18. Februar die Fastenzeit 2026 begonnen – eine Zeit des bewussten Verzichts und der inneren Einkehr.

Aschermittwoch: Beginn der Fastenzeit

Die Fastenzeit dauert 40 Tage und erinnert an die Zeit, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbracht hat. Sie gilt als Phase der Vorbereitung auf Ostern und ist ein Zeitraum der inneren Klärung. Für viele bedeutet Fasten heute nicht mehr nur der Verzicht auf Fleisch, sondern auch auf Übermaß in anderen Lebensbereichen – vom digitalen Konsum bis zur alltäglichen Hektik. Es ist ein Innehalten, das helfen soll, das Wesentliche wieder wahrzunehmen.

Dem Brauch nach ist es üblich, an diesem Tag die Palmzweige des Vorjahres zu weihen und Gläubige mit einem Aschekreuz zu zeichnen. Die Bestreuung mit Asche steht sowohl für Buße, als auch für die Reinigung, die damit einhergeht. Bis heute symbolisiert sie Vergänglichkeit und Umkehr, regt aber vor allem zur Reflexion und zum Überdenken von Gewohnheiten an.

Aschenkreuz: Bedeutung und Herkunft

Der Brauch des Aschenkreuzes geht bis ins 11. Jahrhundert zurück. Damals wurden Büßer am Aschermittwoch mit Asche bestreut und bis Gründonnerstag aus der Gemeinschaft ausgeschlossen, ehe sie feierlich wieder aufgenommen wurden. Heute steht das Symbol nicht mehr für Strafe, sondern für einen bewussten Neubeginn.

Das Auftragen des Aschenkreuzes auf die Stirn erinnert daran, dass alles Irdische vergänglich ist. „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zu Staub zurückkehrst“, spricht der Priester beim Segensritus. Dieses Zeichen ist Einladung zur Umkehr und zugleich Ausdruck der Hoffnung auf Erneuerung.

„Aschenkreuz to go“ in ganz Österreich

Um den Ritus auch jenen zugänglich zu machen, die wenig Zeit haben, bietet die katholische Kirche heuer vielerorts ein „Aschenkreuz to go“ an. In Wien, Linz, Klagenfurt, Salzburg, Graz, Innsbruck, Dornbirn, Bludenz, Schladming und weiteren Städten spenden Priester und Seelsorger das Kreuz aus Asche an zentralen Plätzen. „Wir wollen ein leicht zugängliches Empfangen des Aschenkreuzes ermöglichen“, sagt Dominik Elmer vom Netzwerk Citypastoral. So sollen auch jene erreicht werden, die im Alltag oft keine Gelegenheit finden, bewusst innezuhalten.

Ein Kreuz aus Asche auf einer Stirn.
Das bekannte Aschekreuz auf der Stirn.

Aktionen in der Steiermark

In der Steiermark wird das Aschenkreuz etwa am Bauernmarkt Kaiser-Josef-Platz in Graz (9 bis 12 Uhr), am Leonhardplatz (11.30 bis 15.30 Uhr), in der Kindberger Fußgängerzone (9 bis 11 Uhr) oder am Hauptplatz in Schladming (11 bis 14 Uhr) verteilt. Die Katholische Kirche Steiermark möchte damit zum bewussten Beginn der Fastenzeit anregen. Daneben laden Projekte wie „Gerecht leben – Fleisch fasten“ oder das „Autofasten“ zum Umdenken ein: weniger Fleisch, weniger Autofahrten, mehr Bewusstsein für das, was zählt.

Aschermittwoch und Heringsschmaus

In Österreich beginnt die Fastenzeit traditionell mit dem Heringsschmaus. Von Verzicht kann hier aber schon seit Jahren keine Rede mehr sein. Etliche Restaurants bieten zu diesem Anlass ausgewählte Fischmenüs, in den Supermärkten dominieren Sahne-Heringe und Matjes-Filet.

Andere Länder haben ihre ganz eigenen Traditionen. In Italien zum Beispiel, wo der Aschermittwoch "Mercoledì delle Ceneri" heißt, beginnt für viele die Vorbereitung auf das Osterfest. Und in den USA wird der Tag oft mit Gemeinde- und Wohltätigkeitsaktionen zelebriert, die den Geist der Besinnung und des Gebens widerspiegeln.

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