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Ein Priester öffnet ein Kuvert.
Der Priester sei bereits wegen Spielsucht in Behandlung gewesen.
Der Priester sei bereits wegen Spielsucht in Behandlung gewesen.
iStock.com/Andrii Medvediuk

Candy Crush-Priester verschleudert 37.000 Euro Kirchengelder

07.05.2024 um 14:24, Simone Reitmeier
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Ein Priester soll mit der Kreditkarte seiner Kirche seine Spielsucht finanziert haben. Insgesamt soll er 40.000 US-Dollar veruntreut haben.

Halleluja, offenbar sind auch Geistliche nicht vor Spielsucht gefeit! Ein katholischer Priester soll im US-Bundesstaat Pennsylvania 40.000 US-Dollar (umgerechnet etwa 37.000 Euro) veruntreut haben. Bei der durchaus stattlichen Summe soll es sich um Kirchengelder handeln, die der 51-Jährige für Handyspiele verzockt haben soll, berichtet die Tageszeitung Philadelphia Inquirer.   

Candy Crush gezockt

Ein Buchhalter, der für die St. Thomas More Church arbeitet, hat bei der Überprüfung der Finanzen im Jahr 2022 "astronomische Summen an Apple-Transaktionen" auf den Kreditauszügen der Kirche entdeckt. Damit ist der Fall ins Rollen gekommen. Drei Jahre lang soll Pastor Lawrence K. mit dieser Kreditkarte insgesamt 40.000 US-Dollar für Candy Crush und Mario Kart ausgegeben haben, so die Staatsanwaltschaft von Chester County. Nachdem die Erzdiözese Philadelphia eine Untersuchung eingeleitet hat, wurde er seines Amtes enthoben und beurlaubt. 

Weitere Einkäufe auf Amazon getätigt

Die Handyspiele sind aber noch lange nicht alles gewesen. Im Zuge der Ermittlungen sind noch weitere Transaktionen ans Tageslicht gekommen. Wie der Philadelphia Inquirer berichtet, hat der 51-Jährige mit besagter Kreditkarte der Kirche auch bei Amazon eingekauft. Unter anderem ein Tablet, ein Chemie-Set für Kinder sowie einen Rucksack. Alles offenbar Geschenke für seine Patentochter, die er an ihre Adresse geschickt und mit "Onkel L." unterzeichnet habe soll.

Amazonpakete vor einer Haustüre.
Der Priester soll mit dem Kirchenkonto auch Amazon-Einkäufe getätigt haben.

Pfarrer bestreitet Vorwürfe

K. selbst habe laut Polizeiinformation bei einer Befragung angegeben, wegen seiner Spielsucht bereits in Behandlung gewesen zu sein. Die Kreditkarte der Kirchengemeinde habe er nicht absichtlich zum Einkaufen benutzt. Sie sei bereits mit seinem Smartphone verbunden gewesen, weil er sie für von der Kirche genehmigte Streaming- und Microsoft-Office-Dienste verwendet habe. Offenbar fanden die Ermittler auch eine Überweisung in Höhe von 10.000 US-Dollar von seinem Privatkonto, mit der er vermutlich einen Teil der Rechnungen begleichen wollte. Nach seiner Entlassung soll er der Kirche zudem einen Scheck über 8.000 US-Dollar sowie einen Entschuldigungsbrief geschickt haben. So ganz unbeabsichtigt war die Sache wohl doch nicht.

Auf Kaution freigekommen

An ein Versehen glaubt auch die Leiterin von St. Thomas More nicht, sie habe K. schon früher wegen unerklärlicher Ausgaben gewarnt. Inzwischen wurde der ehemalige Priester wegen Betrugs und damit zusammenhängenden Straftaten angeklagt. Gegen eine Kaution von 250.000 US-Dollar wurde er jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt.

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