Pestizide in Supermarkt-Produkten: Beliebte Gewürze und Tee stark belastet
- Pestizide: 10 von 15 Produkten betroffen
- Paprikapulver besonders stark belastet
- Kontrollsystem unter Druck
- Pestizid-Bumerang als Kernproblem
- Forderung nach strengeren Regeln
In Lebensmitteln aus heimischen Supermärkten sind verbotene Pestizide nachgewiesen worden. Eine Untersuchung der Organisation Foodwatch zeigt ein klares Bild: Alltägliche Produkte wie Reis, Tee und Gewürze sind teilweise belastet. In mehreren Fällen werden sogar die gesetzlichen Grenzwerte überschritten.
Pestizide: 10 von 15 Produkten betroffen
In Österreich sind 15 Produkte analysiert worden. In zehn davon sind insgesamt 30 Nachweise verbotener Pestizide gefunden worden. Vier Produkte liegen über den zulässigen Grenzwerten. Foodwatch fordert daher, diese Lebensmittel „umgehend aus dem Verkehr zu ziehen“.
Paprikapulver besonders stark belastet
Besonders schlecht schneiden Gewürze ab. Vor allem Paprikapulver fällt im Test negativ auf: Einzelne Produkte weisen gleich mehrere Rückstände gleichzeitig auf. Auch bei Grüntee zeigt sich ein klares Muster: In allen getesteten Sorten sind nicht zugelassene Pestizide entdeckt worden.
Kontrollsystem unter Druck
Die Ergebnisse stellen das bestehende Kontrollsystem infrage. Foodwatch sieht „dringenden politischen Handlungsbedarf“. Die Stichprobe zeige, dass das Sicherheitsnetz für Lebensmittel „massive Lücken“ aufweise.
Pestizid-Bumerang als Kernproblem
Ein zentrales Problem liegt laut Foodwatch im sogenannten „Pestizid-Bumerang“. Stoffe, die in der EU verboten sind, dürfen weiterhin produziert und exportiert werden. Über importierte Lebensmittel gelangen diese Pestizide anschließend wieder zurück nach Europa.
Forderung nach strengeren Regeln
Die Organisation fordert strengere Grenzwerte, bessere Kontrollen und ein Exportverbot für nicht zugelassene Pestizide. Ziel ist ein lückenloses System entlang der gesamten Lieferkette vom Anbau bis ins Supermarktregal.