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Ein Paket vor einer verschlossenen Haustür
Strukturierte Rückmeldungen über das RTR-Portal sollen künftig zu einer besseren Qualität auf der Empfangsebene führen.
Strukturierte Rückmeldungen über das RTR-Portal sollen künftig zu einer besseren Qualität auf der Empfangsebene führen.
Daria Nipot/iStock

Paket-Ärger: Dieser Anbieter ist am unzuverlässigsten

25.03.2026 um 12:29, Marcel Toifl
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Rekord-Beschwerden bei der RTR: Paketdienste wie die Post und Hermes stehen in der Kritik. Was man bei nicht zugestellten Paketen tun kann.

Wer hat nicht diese Erfahrung beim Online-Shopping, während der Paket-Zustellung noch nicht gemacht? Man ist zu Hause am Zustellort. Trotzdem wird nicht angeläutet und stattdessen lediglich eine Benachrichtigung hinterlassen. Diese Erfahrung wird in Österreich immer öfter gemacht, wie der aktuelle Jahresbericht der RTR-Schlichtungsstelle belegt. Der Unmut über Zustellprobleme bei Paketen hat ein neues Rekordniveau erreicht. Ein Anbieter sticht dabei mit einer massiven Zunahme an Verfahren besonders hervor.

Die Top-3-Sünden der Zustellung

Im Jahr 2025 wurden bei der RTR insgesamt 8.540 offizielle Postempfangsbeschwerden registriert – eine Steigerung um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aus den Meldungen lassen sich drei zentrale Kritikpunkte herausfiltern, die regelmäßig gemeldet werden:

  1. Unterlassenes Anläuten: Es erfolgt kein Klingelversuch an der Haustür.
  2. Direkte Umleitung: Die Sendung wird ohne Zustellversuch in einem Abholshop hinterlegt.
  3. Fehlende Benachrichtigung: Es wird kein gelber Zettel hinterlassen, obwohl die Sendung nicht zugestellt wurde.

„Die rechtliche Position der Empfänger ist seit jeher höchst unbefriedigend“, hält Dr. Klaus M. Steinmaurer, Geschäftsführer der RTR, in einer Aussendung fest. Eine Novellierung des Postmarktgesetzes wird daher angestrebt.

Hermes als Negativ-Spitzenreiter

Die Österreichische Post führt mit 433 Schlichtungsverfahren die Statistik mengenmäßig an. Bemerkenswert ist jedoch die Entwicklung beim Anbieter Hermes: Hier gab es einen sprunghaften Anstieg der Verfahren um 250 Prozent auf insgesamt 109 Fälle. Bei anderen Dienstleistern wie DPD, GLS und UPS blieb die Anzahl der Verfahren jeweils unter der 30er-Marke.

Vergleich: Wer liefert am besten?

Ein Blick auf die Einigungsquoten zeigt, dass Schlichtungsverfahren oft zu einer Lösung führen. Besonders positive Raten wurden im Berichtszeitraum verzeichnet.

AnbieterSchlichtungsverfahrenEinigungsquoteEntwicklung
Österreichische Post43374 %Kontinuierliche Verbesserung
Hermes109k.A.Starker Zuwachs (+250 %)
DPD< 30100 %Höchste Lösungsrate

Möglichkeiten bei Paket-Ärger

Sollte eine Sendung nicht ordnungsgemäß zugestellt werden, stehen Betroffenen verschiedene Wege offen:

  • Meldung im Beschwerdeportal: Über die RTR-Website können Unregelmäßigkeiten gemeldet werden. Diese Daten dienen der Behörde dazu, strukturelle Probleme bei den Anbietern zu identifizieren.
  • Einleitung eines Schlichtungsverfahrens: Bei finanziellen Forderungen oder ungelösten Streitfällen kann ein Antrag gestellt werden. 91 % dieser Fälle werden innerhalb einer 90-Tage-Frist abgeschlossen.

Die Tendenz für das laufende Jahr ist weiter steigend: Seit Jänner 2026 wurden bereits über 1.900 neue Beschwerden und 225 Schlichtungsanträge erfasst.

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