AUA-Chefin kündigt höhere Ticketpreise für Flüge an
Die Chefin der Austrian Airlines (AUA), Annette Mann, hat sich am Samstag gegen eine Streichung von Kurzstreckenflügen ausgesprochen. Zugleich räumte sie ein, dass diese nicht immer wirtschaftlich rentabel seien, wie Mann im Ö1-Mittagsjournal erklärte. Es gehe vielmehr um die Standortsicherung für regionale Flughäfen wie in Innsbruck, Klagenfurt oder Graz.
AUA pocht auf Regionalstandorte
"Ich bräuchte diese Ultra-Kurzstreckenflüge nicht", sagte sie gegenüber dem ORF-Radiosender. Es gehe ihr bei der Debatte vielmehr um eine Standortfrage. "Wenn ich rein wirtschaftlich eine Entscheidung treffen würde, hätte ich den Innsbruck- und auch Klagenfurt- oder Graz-Flug wahrscheinlich schon nicht mehr im Portfolio, aber wir sehen uns hier natürlich auch in der Standortverantwortung." So habe etwa Innsbruck bereits den Frankfurt-Flug verloren.
Steigende Kosten treiben Preise
AUA-Passagiere müssen sich jedenfalls aufgrund höherer Kerosinpreise auf höhere Ticketpreise einstellen. Die Versorgung mit Kerosin sei jedenfalls über den Sommer hin gesichert. In Wien sei man mit der OMV-Raffinerie in Schwechat gut versorgt. In China, Japan und Nordamerika gebe es keinen Kerosinmangel, so die AUA-Chefin. Innerhalb Europas könne man etwas mehr tanken. In welchem Ausmaß die Preise steigen werden, lasse sich nicht vorhersagen. Man habe zwei Millionen Preise im Markt. Die Preisänderungen seien auch durch die Nachfrage bestimmt. Bei einem Ticket um 200 Euro könnten es einmal 5 Euro sein, auf einer anderen Destination 30 Euro. "Ich hätte gerne von dem, was bei uns ankommt, um zehn Prozent mehr. Dann geht es sich für uns bei den Kerosinpreisen wahrscheinlich aus", sagte Mann.
Neue Gepäckregel sorgt für Diskussionen
Die AUA-Chefin verteidigte den neuen Economy Basic-Tarif auf Kurz-und Mittelstrecken ohne der bisher kostenfreien Mitnahme eines kleinen Kabinenkoffers. Damit werde das Angebot nach unten hin erweitert, sagte Mann. Damit würde die AUA bei Vergleichsportalen, die sich meist am Preis orientieren, weiter oben angeführt. Und der Low-Cost-Anteil liege in Wien bei 25 bis 30 Prozent. Das Interview mit Annette Mann wurde im Ö1-„Mittagsjournal“ ausgestrahlt.