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Nipah-Virus als 3D-Illustration: Darstellung des gefährlichen Erregers, der in Indien zu Infektionen führte und in Asien verschärfte Maßnahmen auslöste.
Illustration des Nipah-Virus: Der Erreger zählt laut WHO zu den gefährlichsten Krankheitserregern mit hohem Epidemiepotenzial.
Illustration des Nipah-Virus: Der Erreger zählt laut WHO zu den gefährlichsten Krankheitserregern mit hohem Epidemiepotenzial.
APA-Images / Science Photo Library / RUSLANAS BARANAUSKAS

Nipah-Virus: Weitere Länder verschärfen Maßnahmen

28.01.2026 um 15:51, Stefanie Hermann
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Der Nipah-Virus in Indien bereitet Sorgen, zwei Fälle sind bestätigt. Singapur, Thailand und weitere Länder verschärfen die Kontrollen an Flughäfen.

Der Ausbruch des gefährlichen Nipah-Virus in Indien hat eine neue Welle der Vorsicht in Asien ausgelöst. Nachdem in Westbengalen zwei Infektionen bestätigt worden sind, reagieren immer mehr Länder mit verschärften Kontrollen an Flughäfen und Grenzen. Die Sorge gilt weniger der aktuellen Fallzahl als dem hohen Gefahrenpotenzial des Virus.

Virus-Infektionen: Nipah-Ausbruch in Indien

Nach Angaben des indischen Gesundheitsministeriums sind seit Dezember zwei Menschen im ostindischen Bundesstaat Westbengalen infiziert worden. Beide arbeiteten in einem privaten Krankenhaus rund 25 Kilometer nördlich von Kolkata. Es wird vermutet, dass sie sich bei einem Patienten angesteckt haben, der vor einer Testung verstorben ist.

Die Behörden haben 196 Kontaktpersonen ermittelt. Keine von ihnen zeigt Symptome, alle Tests sind bislang negativ ausgefallen. Zugleich warnt das Ministerium vor „spekulativen und falschen Zahlen“, die im Umlauf seien.

Länder verschärfen Schutzmaßnahmen

Während Indien versucht, den Ausbruch unter Kontrolle zu halten, verschärfen mehrere Länder ihre Schutzmaßnahmen. Thailand hat an den internationalen Flughäfen in Bangkok und Phuket Gesundheitskontrollen für Reisende aus betroffenen Regionen eingeführt.

Flüge aus Gebieten mit Nipah-Fällen erhalten spezielle Parkpositionen, Passagiere müssen Gesundheitserklärungen abgeben und sich Temperaturmessungen unterziehen. Eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde erklärt, man sei „ziemlich zuversichtlich“, einen Ausbruch verhindern zu können.

Singapur führt Fiebermessungen ein

Neu hinzugekommen ist Singapur. Der Stadtstaat kündigt Fiebermessungen bei Passagieren aus Westbengalen an und verstärkt die Überwachung von neu ankommenden Wanderarbeitern aus Südasien.

Zudem arbeitet die Seuchenschutzbehörde an einer internationalen Plattform, über die Länder genetische Daten des Virus austauschen sollen. Auch Malaysia verschärft Gesundheitskontrollen an internationalen Grenzübergängen.

Japan erhöht Wachsamkeit

In Japan rufen die Behörden zu erhöhter Wachsamkeit auf. An Flughäfen kommen Thermoscanner zum Einsatz, Reisende mit Symptomen wie Fieber oder Atembeschwerden werden vom Quarantänedienst befragt.

China erklärt über Staatsmedien, dass derzeit keine besondere Gefahr für das Land bestehe, mahnt jedoch ebenfalls zu Vorsicht. In sozialen Netzwerken wächst die Nervosität, da Mitte Februar eine große Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest bevorsteht.

WHO ist alarmiert

Die Weltgesundheitsorganisation schätzt die Sterblichkeitsrate bei einer Nipah-Infektion auf 40 bis 75 Prozent und stuft den Erreger als Krankheit mit hoher Priorität ein. Das Virus wird von Flughunden übertragen und kann über kontaminierte Lebensmittel oder engen Kontakt auf den Menschen übergehen sowie von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Eine Impfung oder wirksame Behandlung gibt es nicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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