Trauer um Didi Mateschitz: So lebte der Milliardär privat

Didi Mateschitz starb so wie er lebte – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Seine Privatsphäre war dem Selfmade-Milliardär stets heilig, nur wenig ist über ihn und die Menschen in seinem engsten Umfeld bekannt.
Autor: Sandra Eder, 23.10.2022 um 00:15 Uhr

Egal ob Sport, Kunst, Hotellerie, Medienlandschaft oder Wirtschaft. Red Bull ist als Marke und Sponsor schier omnipräsent. Doch während Didi Mateschitz dem Energy Drink sowie unzähligen Events, Sportlern und Produkten dank raffinierter Marketing-Strategien „Flügel verlieh“, blieb er selbst stets am Boden. Mediale Präsenz mied der gebürtige Steirer soweit es ging, öffentliche Auftritte gab es kaum. Was vor allem daran lag, dass Österreichs erfolgreichster Selfmade-Millionär nie Teil der Bussi-Bussi-Gesellschaft und High Society sein wollte.

Fragt man Wegbegleiter nach dem Mann, der Krawatten hasste und stets legere Jeans-Outfits trug, so bekommt man vor allem eines zu hören: Didi Mateschitz war einer mit Format. Mit Handschlagqualität. Ein Macher. Aber auch einer, der nicht lange fackelte und Kritikern wenig Spielraum bot, wenn es darum ging, seine Interessen und seine Meinung durchzusetzen.

So wuchs Didi Mateschitz auf

Geboren wurde Dietrich Mateschitz am 20. Mai 1944 in Sankt Marein, einem kleinen Dorf 60 Kilometer nördlich von Graz. Die Eltern ließen sich früh scheiden und so wuchs der Steirer weitgehend ohne Vater auf. Obwohl seine Mutter Lehrerin war, zählte der Sohn nicht gerade zu den Musterschülern, studierte nach der Matura insgesamt zehn Jahre in Wien. Mit knapp 40 Jahren kündigte Dietrich Mateschitz schließlich seinen Job bei Blendax, um alles auf eine Karte – oder besser gesagt auf ein Produkt – zu setzen: Red Bull.

Seine Liebesbeziehungen

Private Skandale sucht man in den Klatschspalten vergebens. So wie im beruflichen Umfeld lässt auch keine seiner Ex-Freundinnen und Liebschaften ein schlechtes Wort über „Sir Didi“ fallen. Verheiratet war Didi Mateschitz nie. Die wichtigste Frau im Leben des Milliardärs war neben Anita Gerhardter (Mutter seines Sohnes und CEO bei Wings for Life), seine langjährige Lebensgefährtin Marion. Mit ihr lebte er bis zu seinem Tod in Salzburg.

Didi Mateschitz mit Freundin Marion
Dietrich Mateschitz und seine Marion

Sohn und Erbe Mark Mateschitz

Sein Sohn Mark ist 29 Jahre alt und entstammt seiner Beziehung mit Anita Gerhardter. Schon früh wurde der Sprössling in das Unternehmen eingebunden, wenngleich Didi Mateschitz stets betonte, ihm alle Freiheiten in der Berufswahl zu lassen. Mark Mateschitz zählt zur Führungsriege der Stiftung „Wings for Life“ und ist Recherchen zufolge zusätzlich Geschäftsführer der Thalheimer Heilwasser GmbH sowie Chef der „Mark Mateschitz Beteiligungs GmbH,“ die 34 Prozent an einer Immobilien-Firma des Red Bull Imperiums hält.

Didi und Mark Mateschitz beim Formel 1 Rennen.

Sein Vermögen

Das Vermögen von Didi Mateschitz wird auf rund 25 Milliarden Euro geschätzt. Dem Bankwesen soll er wenig Vertrauen entgegengebracht haben und auch der Gang an die Börse war für Red Bull stets von oberster Stelle untersagt. Investitionen werden aus dem operativen Cashflow finanziert. Eigenen Angaben zufolge beschäftigt das Unternehmen über 13.500 Mitarbeiter auf der ganzen Welt. Rund um den Getränkekonzern baute Mateschitz ein Imperium auf, dass unter anderem Sport-Teams, einen TV-Sender, eine historische Flugzeugflotte, Gourmet-Lokale und Hotelbetriebe sowie ein Musik-Label und eine Immobilien-Firma beinhaltet.

Sein Geschäftssinn

Geschichten und Mythen rund um die Entstehungsgeschichte von Red Bull gibt es viele. Fakt ist, dass Didi Mateschitz im Zuge einer Thailand-Reise, damals beruflich für die Firma Blendax tätig, auf den Energy-Drink „Krating Daeng“ (Roter Stier) aufmerksam wurde und beschloss, das Produkt in Europa auf den Markt zu bringen. Was viele nicht wissen: Bis zu seinem Tod gehörten Dietrich Mateschitz nur 49 Prozent der Anteile an Red Bull. Und doch hat die Marke vor allem seinem Marketinggespür ihren internationalen Erfolg zu verdanken. Von Beginn an investierte man viel Geld in die Vermarktung. So gibt es Geschichten darüber, dass Didi Mateschitz die Werbeagentur in den Wahnsinn trieb, bis ein passender Slogan gefunden war: „Red Bull verleiht Flügel…“ Heute zählt dieser Werbespruch zu den bekanntesten im deutschsprachigen Raum. Unzählige Sportler, Künstler und Events werden vom Dosen-Imperium gesponsert.

Didi Mateschitz umarmt Mark Verstappen

Seine größten Leidenschaften

Didi Mateschitz soll seit seiner Jugend begeisterter Formel 1-Fan gewesen sein. Außerdem besaß er einen Jagd- sowie Flugschein und sammelte Flieger, die zum Teil im Hangar 7 in Salzburg ausgestellt sind.