"Idioten": 30 Corona-Fälle nach Party im Flugzeug

Eine Gruppe von Bloggern und Reality-TV-Stars aus Kanada war in einem Charterflugzeug ins mexikanische Cancún geflogen. Videos aus dem Flieger gingen um die Welt: An Bord der Sunwing-Maschine wurde  "überbordend" gefeiert. Corona-Auflagen? Egal!

 

Kanadas Premierminister Justin Trudeau zeigte sich höchst verärgert und nannte die Influencer "Idioten". Seine Regierung teilte außerdem mit, dass man eine Ermittlung zu den Ereignissen eingeleitet habe. "Sollte das Ministerium feststellen, dass die Vorschriften (...) von Transport Canada nicht eingehalten wurden, können den Passagieren Geldstrafen von bis zu 5000 Dollar pro Vergehen auferlegt werden."

Bitteres Nachspiel

Nun stecken die meisten der 154 Passagiere in Mexiko fest.  Zwei kanadische Fluggesellschaften verweigern den Influencern aus Sicherheitsgründen die Beförderung zurück in die Heimat, nachdem Sunwing bereits den Rückflug für die Gruppe storniert hatte. 

Ideale Corona-Bedingungen

Eine 19-jährige Studentin, die die Teilnahme an der Reise auf Instagram gewonnen hatte, ist in Mexiko positiv auf das Coronavirus getestet worden – ebenso wie mindestens 30 weitere Partypeople. Die "kostenlose" Reise dürfte sie teuer zum stehen kommen. Neben dem Rückflug nach Montreal muss sie auch den weiteren Hotelaufenthalt aus eigener Tasche zahlen. 

 

Einfache Party?

Das Flugzeug war von einer Agentur für eine sechstägige All-Inclusive-Veranstaltung in Cancún gechartert worden. Der Agenturchef hatte zunächst noch behauptet,  dass die Gruppe "alle Anweisungen von Sunwing respektiert" habe und die Veranstaltung einen "Erfolg" genannt. Später sagte er:

Eine einfache Party in einem Flugzeug hat für all diese Aufregung gesorgt. 

Verhaftung bei Rückkehr

Einige Reisende aus der Gruppe sollen es inzwischen mit Air Canada zurück nach Montreal geschafft haben, wurden aber kurz nach der Ankunft am Flughafen von Grenzbeamten festgenommen. Die Passagiere waren an Bord gelangt, obwohl die Airline mitgeteilt hatte, sie nicht mitnehmen zu wollen. 

Autor: Andrea Schröder, 07.01.2022