HiPP-Fall weitet sich aus: Ermittlungen in mehreren Ländern – weiteres Gift-Glas gesucht
- HiPP-Rückruf: Spar zieht Babynahrung aus dem Verkehr
- Spur führt über mehrere Länder
- Verdacht: Kein Einzeltäter im HiPP-Fall
- Ausweitung auf Oberösterreich geprüft
- Erpressung weiterhin im Raum
- So erkennen Sie manipulierte HiPP-Gläser
Der HiPP-Rückruf in Österreich entwickelt sich zu einem internationalen Kriminalfall. Nachdem ein erstes manipuliertes Glas sichergestellt wurde und Hinweise auf weitere Fälle vorliegen, verdichten sich Hinweise auf ein größeres Täter-Netzwerk.
HiPP-Rückruf: Spar zieht Babynahrung aus dem Verkehr
Auslöser des Falls war ein im Burgenland sichergestelltes Babynahrungs-Glas der Sorte „Karotte mit Kartoffel“, das bei einer Untersuchung positiv auf Rattengift getestet wurde. Das Produkt wurde zuvor in einer Spar-Filiale in Eisenstadt gekauft. „Wir gehen davon aus, dass zumindest noch ein zweites Glas unterwegs ist“, erklärt Polizeisprecher Helmut Marban.
Der Lebensmittelhändler Spar hat bereits reagiert und sämtliche HiPP-Babykostgläser aus rund 1.500 Filialen in Österreich aus dem Sortiment genommen. Kundinnen und Kunden können die Produkte auch ohne Kassabon zurückgeben.
Spur führt über mehrere Länder
Wie jetzt bekannt wird, sind neben Österreich auch Tschechien und die Slowakei betroffen. In beiden Ländern wurden ebenfalls markierte Gläser entdeckt und von den Behörden sichergestellt. Auch deutsche Ermittler sind mittlerweile involviert.
Der ursprüngliche Hinweis auf möglicherweise manipulierte Gläser ging am Freitag bei der Polizei in Bayern ein. „Die Ermittlungen laufen auch in Deutschland, die wir nicht konterkarieren möchten“, so Marban.
Verdacht: Kein Einzeltäter im HiPP-Fall
Laut aktuellen Informationen gehen die Behörden davon aus, dass mehrere Personen an der Tat beteiligt sein könnten. Hintergrund sind parallele Hinweise aus mehreren Ländern sowie ähnliche Auffälligkeiten bei den sichergestellten Gläsern.
Die Ermittler prüfen daher, ob es sich um ein koordiniertes Vorgehen handeln könnte, bei dem manipulierte Produkte gezielt in Umlauf gebracht wurden. Offiziell bestätigt ist diese Theorie bislang nicht. Aus ermittlungstaktischen Gründen halten sich die Behörden zu möglichen Tätern, Abläufen und Hintergründen weiterhin bedeckt.
Ausweitung auf Oberösterreich geprüft
Neue Hinweise deuten darauf hin, dass sich der Fall auch auf weitere Bundesländer ausdehnen könnte. Ermittler prüfen aktuell konkrete Verbindungen nach Oberösterreich.
Erpressung weiterhin im Raum
Ob hinter der Tat tatsächlich ein Erpressungsversuch steckt, ist weiterhin unklar. HiPP selbst spricht von einem „externen kriminellen Eingriff“, hält sich zu Details jedoch bedeckt.
Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt hat inzwischen Ermittlungen wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung aufgenommen. Eine umfassende toxikologische Untersuchung des sichergestellten Glases wurde angeordnet. Vorrang hat aktuell die Gefahrenabwehr.
So erkennen Sie manipulierte HiPP-Gläser
Laut Polizei sind verdächtige HiPP-Produkte an mehreren Merkmalen erkennbar. Dazu zählen ein weißer Aufkleber mit rotem Kreis am Glasboden, beschädigte Deckel oder ein fehlendes „Knack-Geräusch“ beim ersten Öffnen.
Auch ein ungewöhnlicher Geruch kann ein Warnsignal sein. Der Brei rieche eindeutig verdorben, so die Polizei. In diesem Fall sollte das Produkt keinesfalls konsumiert werden.
FAQ: HiPP-Rückruf, Rattengift und aktuelle Entwicklungen
Wie viele manipulierte HiPP-Gläser gibt es aktuell?
Bisher wurde ein manipuliertes Glas mit Rattengift bestätigt. Laut Polizei könnte sich jedoch mindestens ein weiteres Glas im Umlauf befinden. Die Ermittlungen laufen weiterhin auf Hochtouren.
Wie erkenne ich ein manipuliertes HiPP-Glas?
Verdächtige Produkte weisen laut Polizei mehrere Merkmale auf: einen weißen Aufkleber mit rotem Kreis am Glasboden, einen beschädigten oder bereits geöffneten Deckel sowie ein fehlendes Knack-Geräusch beim Öffnen. Auch ein ungewöhnlicher Geruch kann ein Hinweis sein.
Welche Produkte sind vom HiPP-Rückruf betroffen?
Konkret betroffen ist das Produkt „Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel (190 Gramm)”. Vorsorglich wurde der Rückruf jedoch auf alle HiPP-Babykostgläser bei SPAR ausgeweitet.
Was sollen Eltern jetzt konkret tun?
Eltern sollten keine HiPP-Gläschen aus betroffenen Filialen verwenden und diese umgehend zurückgeben. Gesundheitsministerin Korinna Schumann rät zur besonderen Vorsicht. Bei Unsicherheiten oder Symptomen sollte sofort medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.
Wie gefährlich ist das nachgewiesene Rattengift?
Rattengifte enthalten oft Wirkstoffe wie Bromadiolon, die die Blutgerinnung hemmen. Symptome treten häufig verzögert auf und können lebensgefährlich sein. Eine Behandlung ist bei rechtzeitigem Eingreifen jedoch gut möglich.
Steckt ein Erpressungsversuch hinter dem Fall?
Ein möglicher Erpressungsversuch wird geprüft, ist jedoch nicht offiziell bestätigt. HiPP spricht von einem „externen kriminellen Eingriff“. Die Behörden halten sich aus ermittlungstaktischen Gründen bedeckt.
Sind auch andere Länder betroffen?
Ja, auch in Tschechien und der Slowakei wurden verdächtige Gläser sichergestellt. Zudem sind deutsche Ermittler in den Fall eingebunden. Die Ermittlungen laufen international.