Gießverbot wegen Käfer: Rasen-Gießen jetzt komplett verboten
- Gießverbot sorgt für Aufsehen
- Japankäfer wird zur Gefahr
- Warum das Gießverbot notwendig ist
- Befallszone rund um Fundort
- Japankäfer erkennen und melden
- Wasserknappheit in Hannover
Ein Gießverbot sorgt aktuell in Südhessen für Aufsehen. In der Gemeinde Trebur im Landkreis Groß-Gerau dürfen Rasen- und Grünflächen seit 1. Juni nicht mehr bewässert werden. Die Maßnahme gilt bis zum 30. September und betrifft große Teile der Orte Trebur und Astheim.
Gießverbot wegen Käferbefall in Südhessen
Auslöser sind nur sieben entdeckte Exemplare eines Insekts, das für massive Schäden sorgen kann: der Japankäfer. Der Käfer gilt als sogenannter Unionsquarantäneschädling, dessen Ausbreitung in der EU besonders streng überwacht wird.
Japankäfer: Gefahr für Natur und Landwirtschaft
Der Japankäfer gilt auch in Deutschland als hochproblematischer Schädling. Laut Behörden stellt er eine „große Gefahr für unsere Natur, die Landwirtschaft, den Garten- und Weinbau“ dar. Rund 400 Pflanzenarten stehen auf seinem Speiseplan.
Besonders kritisch ist seine Fortpflanzung: Die Käfer legen ihre Larven bevorzugt in feuchten Böden ab. Aus diesem Grund wurde ein Gießverbot erlassen.
Warum das Gießverbot notwendig ist
Durch die Maßnahme soll die Ausbreitung des Schädlings gestoppt werden, bevor er sich dauerhaft etabliert. „Das Bewässerungsverbot ist unabdingbar, weil die Käfer ihre Larven vorzugsweise in feuchten Rasenflächen ablegen“, erklärt Christian Hillnhütter vom Pflanzenschutzdienst.
Trockene Böden erschweren die Entwicklung der Larven und reduzieren so die Vermehrung des Käfers deutlich.
Befallszone rund um Fundort eingerichtet
Rund um den Fundort haben Behörden eine sogenannte Befallszone eingerichtet. Diese umfasst einen Radius von einem Kilometer. Innerhalb dieses Bereichs gilt das Gießverbot strikt: Das Gießen von Rasen- und Grünflächen ist hier ausnahmslos verboten.
„Unser aller Ziel muss es sein, die Verbreitung des Japankäfers zu verhindern“, betont Hillnhütter.
Japankäfer erkennen und melden
Der Japankäfer ist zwischen acht und elf Millimeter groß und fällt durch sein metallisch goldgrün schimmerndes Halsschild auf. Auffällig sind zudem mehrere weiße Haarbüschel entlang des Körpers.
Da er leicht mit heimischen Arten verwechselt werden kann, rufen Behörden zur Vorsicht auf. Verdächtige Funde sollen gesichert und gemeldet werden.
Wasserknappheit in Hannover
Auch andernorts greifen Behörden bereits zu strengen Maßnahmen. In der Region Hannover etwa gilt aufgrund anhaltender Trockenheit ein zeitlich begrenztes Gießverbot: Zwischen 11 und 17 Uhr darf bei Temperaturen über 27 Grad nicht bewässert werden.
Betroffen sind rund 1,2 Millionen Menschen. Ziel ist der Schutz des Grundwassers. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 50.000 Euro.