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Porträtaufnahme von Günther Paal alias "Gunkl"
Prozessauftakt am Wiener Landesgericht: Kabarettist Günther Paal zeigte sich voll geständig bezüglich der Missbrauchsvorwürfe.
Prozessauftakt am Wiener Landesgericht: Kabarettist Günther Paal zeigte sich voll geständig bezüglich der Missbrauchsvorwürfe.
APA-Images / Karl Schöndorfer

"Schande über mich gebracht": Gunkl vor Gericht geständig

22.10.2026 um 13:10, Marcel Toifl
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Prozess gegen Günther Paal alias „Gunkl“ in Wien: Der Kabarettist bekennt sich wegen Kindesmissbrauchs schuldig. Dem Künstler droht eine Haftstrafe.

Am Donnerstag muss sich der bekannte Kabarettist Günther Paal alias „Gunkl“ wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs eines dreijährigen Kindes sowie des Besitzes von Missbrauchsdarstellungen vor einem Schöffensenat verantworten. Zeitgleich stehen zwei Frauen wegen schwerer Erpressung vor Gericht, die Paal um nahezu 190.000 Euro gebracht haben sollen. Der Prozess sorgt für enormes Aufsehen.

​Protestauftakt im Wiener Landesgericht unter hohem Sicherheitsaufgebot

Der Große Schwurgerichtssaal im Wiener Landesgericht war am Donnerstagmorgen bis auf den letzten Platz gefüllt. Zahlreiche Polizisten sowie Beamte des Landesamtes für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) sicherten den Prozess ab, um Vorfälle wie beim früheren Teichtmeister-Verfahren zu verhindern. Der Vorsitzende des Schöffensenats ermahnte die Zuhörerschaft eingangs zur Ruhe. Paal gab als Beruf „Kabarettist“ an und schilderte seine Vermögensverhältnisse schlicht mit den Worten: „Es gibt etwas Erspartes.“

​Paal geständig und reuevoll: „Schande auf mich gebracht“

Zu den erhobenen Anklagepunkten bekannte sich der 64-jährige Künstler vollinhaltlich schuldig. Die Staatsanwaltschaft legt ihm die Vornahme geschlechtlicher Handlungen an einer unmündigen Person im Jänner 2025 sowie den Besitz von 960 Bild- und 19 Videodateien mit Missbrauchsmaterial zur Last. Paal, der sich im Mai 2026 selbst bei der Polizei gestellt hatte, erklärt reuevoll: „Ich hab' Schande auf mich gebracht.“ Auf die Frage des Richters, weshalb er nicht früher eine Therapie aufgesucht habe, meinte der Kabarettist: „Ich hab’ gedacht, ich habs im Griff. Das ist ein Irrtum gewesen.“ Mittlerweile befinde er sich in therapeutischer Behandlung.

​Erpressung mit 189.000 Euro: Mutter und Großmutter vor Gericht

Neben Paal stehen eine 42-jährige Frau und deren 62-jährige Mutter vor Gericht. Paal hatte nach eigenen Angaben über Jahre hinweg eine entgeltliche sexuelle Beziehung zu den beiden Frauen gepflegt, die er über eine Anzeige kennengelernt hatte. Nach dem Missbrauchsvorfall am dreijährigen Mädchen drohten die Frauen laut Anklage mit Gewalt durch einen Verwandten sowie mit der Veröffentlichung in Medien. Bis Juni 2026 erpressten sie von Paal in Bargeld-Kuverts insgesamt 189.000 Euro. Während die 42-jährige Mutter teilgeständig ist, stritt die 62-jährige Großmutter vor Gericht jegliches Wissen um die Erpressung ab. Beide befinden sich in Untersuchungshaft.

​Ausschluss der Öffentlichkeit und Forderungen der Opfervertretung

Um die Intimsphäre des betroffenen Kindes zu schützen, wurde die Öffentlichkeit während der detaillierten Erörterung der Missbrauchshandlungen sowie bei Teilen der Zeugeneinvernahmen ausgeschlossen. Die Opfervertreterin forderte im Rahmen des Privatbeteiligtenanschlusses 5.000 Euro Schmerzensgeld für das Mädchen – jene Summe, die Paal bereits im Vorfeld des Prozesses bei seinem Verteidiger hinterlegt hatte und die sogleich anerkannt wurde. Das Kind befindet sich derzeit in der Obhut der Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MA 11). Ein Urteil wird im Laufe des Tages erwartet.

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