Europa brennt: Grado erstickt im Rauch

Portugal, Spanien, Griechenland, Italien: Urlaubsorte in ganz Europa stehen derzeit in Flammen.
Autor: Stefanie Hermann, 20.07.2022 um 13:39 Uhr

Die Waldbrände weiten sich aus. Die extreme Hitzewelle von über 40 Grad hält Einsatzkräfte in ganz Europa weiter in Atem. Besonders schlimm erwischt hat es unseren Nachbarn Italien. Bereits gestern hatten sie bei einem Großbrand im Karstgebiet alle Hände voll zu tun. Unterstützung erhielten sie dabei aus Slowenien. Aber vergeblich: Die Hitzewelle hält die Flammenwand weiterhin am Lodern. Mehr als 350 Hektar Wald sind bereits zerstört.

Die Umwelt-Plattform ecoavant.com hat eine Karte der aktuell aktiven Waldbrände (Stand, 20. Juli 14 Uhr) erstellt. Klar zu erkennen: In ganz Europa stehen die Wälder in Flammen.

Italien

Ausnahmezustand ausgerufen, Verkehr gesperrt

Jetzt hat die Region Friaul-Julisch Venetian den Ausnahmezustand ausgerufen. Die Autobahn von Venedig nach Triest ist unterbrochen, der Zugverkehr eingestellt. Wegen des starken Rauchs in der Nähe der Hafenstadt Monfalcone, wurde ein Produktionswerk der Reeder Fincantieri geschlossen. Betroffen ist auch der Hausstrand der Österreicher: Grado ist aktuell von einer dicken Rauchwand eingeschlossen.

Brand in Bibione, Touristen flüchten ins Meer

Bereits am Samstag war es an einem anderen beliebten Feriendomizil zu dramatischen Szenen gekommen. Ein Acker-  und Waldstück hatte in der Nähe des Leuchtturms in Bibione Feuer gefangen. Hunderte Feuerwehrleute und ein Löschhubschrauber waren im Einsatz. Die Feuerherde konnten noch am gleichen Abend bekämpft werden. Verletzt wurde niemand. Acht Touristen mussten allerdings von Küstenwache gerettet werden. Sie wurden von den Flammen eingeschlossen und hatten sich mit einem Sprung ins Wasser gerettet.

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Gepostet von Hopfmüller & Hlavac am Mittwoch, 20. Juli 2022

Evakuierungen in der Toskana

Anfang der Woche wurden im toskanischen Massarossa rund 500 Menschen evakuiert werden. Die Autobahnverbindung zwischen Lucca und Viareggio war zwischenzeitlich gesperrt. Auch auf Sizilien und Sardinien lodern aktuell Wald- und Buschbrände.

Sibenik, Kroatien

Auch in Kroatien gestaltet sich die Lage nicht besser. Im Hinterland von Sibenik  ist es zu einem katastrophalen Waldbrand gekommen. In der region Zaton wurde der Katastrophenalarm ausgerufen. Mehrere Menschen haben ihre Häuser verloren.

Athen, Griechenland

Im Nordosten von Athen wurde ein Großbrand unter Kontrolle gebracht. Entwarnung können die Behörden allerdings noch nicht geben: Noch immer sind zahlreiche Hubschrauber und Löschflugzeuge im Einsatz. Die Einsatzkräfte versuchen, die zahlreichen Brandherde einzukreisen, wie die Behörden mitteilen.

Frankreich

An der südfranzösischen Atlantikküste wüten bereits seit mehr als einer Woche zwei gigantische Waldbrände. Bei Landiras und Teste-de-Buch südlich von Bordeaux sind bereits mehr 20.600 Hektar Wald den Flammen zum Opfer gefallen. In der vergangenen Nacht hat sich das Feuer um weitere 300 Hektar ausgebretiet. Auch anderes Landesteile Frankreichs sind schwer betroffen.

Marbella, Spanien

Portugal

In Portugal kämpfen aktuell mehr als 1.200 Einsatzkräfte gegen die Flammen. 25 größere und kleinere Waldbrände haben bislang drei Tote und 223 Verletzte, darunter sechs Schwerverletzte, gefordert. Die beiden größten Brände wüten in den Gemeinden Chaves und Murça im Bezirk Vila Real östlich von Porto im Norden des Landes. Man habe bei der Löschung mittlerweile aber große Fortschritte gemacht. Wegen der Brände mussten bislang 1.055 Menschen evakuiert werden.