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Google-Logo an einem Firmengebäude
Google muss wegen Verstößen bei der Verarbeitung von Standortdaten eine Strafe von 403 Millionen Euro zahlen.
Google muss wegen Verstößen bei der Verarbeitung von Standortdaten eine Strafe von 403 Millionen Euro zahlen.
JHVEPhoto / Shutterstock.com

403 Millionen Euro Strafe: Das müssen Google-Nutzer jetzt wissen

21.09.2026 um 15:24, Stefanie Hermann
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Google muss 403 Millionen Euro Strafe zahlen. Grund sind Verstöße bei Standortdaten. Was die Entscheidung jetzt für Nutzer bedeutet.

Eine der größten Datenschutzstrafen gegen einen Tech-Konzern trifft Google: Die irische Datenschutzbehörde DPC verhängt gegen den Internetriesen eine Geldstrafe von insgesamt 403 Millionen Euro. Grund sind Verstöße bei der Verarbeitung von Standortdaten. Nutzer könnten laut Behörde nicht ausreichend darüber informiert gewesen sein, wie ihre Bewegungsdaten verwendet wurden.

Google muss 403 Millionen Euro zahlen

Die irische Data Protection Commission hat die Verarbeitung von Standortdaten durch Google im Zeitraum vom 25. Mai 2018 bis 4. Februar 2020 untersucht. Konkret ging es um die Funktionen „Web & App Activity“, „Location History“ und „Location Accuracy“.

Die Datenschutzbehörde kam zu dem Ergebnis, dass Google gegen die europäische Datenschutz-Grundverordnung verstoßen hat. Personenbezogene Informationen müssen demnach rechtmäßig, fair und transparent verarbeitet werden.

Für Google hat die Entscheidung massive finanzielle Folgen: Die DPC verhängt Geldstrafen von insgesamt 403 Millionen Euro. Es handelt sich damit um die viertgrößte Strafe, die die irische Datenschutzbehörde bisher gegen einen Tech-Konzern verhängt hat.

Standortdaten für Werbung und Interessen

Besonders problematisch ist aus Sicht der Behörde, dass Nutzer nicht ausreichend nachvollziehen konnten, was mit ihren Standortinformationen geschah. Die Daten konnten unter anderem dafür verwendet werden, Werbung zu beeinflussen oder Interessen der Nutzer abzuleiten.

„Infolge der Versäumnisse von Google könnten sich Nutzer nicht bewusst gewesen sein, dass ihr Standort beispielsweise dazu verwendet wurde, sie mit Werbung zu beeinflussen oder Rückschlüsse auf ihre Interessen zu ziehen. Dadurch könnten sie die Kontrolle über ihre personenbezogenen Daten verloren haben“, erklärt DPC-Vizekommissar Graham Doyle.

Zusätzlich kritisiert die Datenschutzbehörde die Speicherdauer. Die Aufbewahrung von Standortdaten über einen längeren Zeitraum als notwendig habe den Kontrollverlust weiter verschärft.

Standortdaten verraten viel über Nutzer

Standortdaten seien nicht grundsätzlich problematisch, betont der DPC. Sie können Onlinedienste erheblich verbessern, gleichzeitig aber tief in die Privatsphäre eingreifen.

Bewegungsprofile ermöglichen aber gemeinsam mit anderen Informationen weitreichende Rückschlüsse auf das Leben eines Menschen ermöglichen. Die der Beschwerde zugrunde liegende Untersuchung des Norwegian Consumer Council verwies auf mögliche Hinweise zu religiösen Überzeugungen, politischen Einstellungen, Gesundheitsinformationen oder sexueller Orientierung.

Beschwerden lösten Ermittlungen gegen Google aus

Begonnen hatte die Untersuchung bereits im Februar 2020. Mehrere europäische Verbraucherorganisationen hatten Beschwerden über die Verarbeitung von Standortdaten durch Google eingebracht. Zu ihnen gehörte die europäische Verbraucherorganisation BEUC.

Die Beschwerden stützten sich unter anderem auf Untersuchungen des Norwegian Consumer Council aus dem Jahr 2018. Die Verbraucherschützer warfen Google vor, Nutzer durch die Gestaltung seiner Einstellungen zur Aktivierung von Standortfunktionen zu bewegen. Sechs Jahre später liegt nun die Entscheidung der irischen Datenschutzbehörde vor.

Google muss Datenverarbeitung ändern

Mit der Millionenstrafe ist der Fall für Google noch nicht erledigt. Die DPC hat das Unternehmen zusätzlich angewiesen, die beanstandete Verarbeitung seiner Daten innerhalb von sechs Monaten mit den Anforderungen der DSGVO in Einklang zu bringen.

Google verweist hingegen darauf, dass sich die Entscheidung auf frühere Praktiken beziehe. Die Richtlinien seien mittlerweile aktualisiert worden. Seit 2019 habe Google seine Systeme deutlich weiterentwickelt. Dazu zählen unter anderem Einstellungen zum automatischen Löschen von Daten, zusätzliche Möglichkeiten zur Verwaltung personalisierter Werbung und mehr Informationen darüber, wie Daten verwendet werden.

Weitere Verfahren gegen Google laufen

Damit ist die Sache aber noch nicht erledigt. Auf Google könnte noch weiterer Ärger mit den irischen Datenschützern zukommen. Aktuell laufen drei weitere umfangreiche Untersuchungen gegen den Konzern. Alle drei Verfahren befinden sich der DPC zufolgen bereits in fortgeschrittenem Stadium.

Google will gegen die Entscheidung Berufung einlegen.

FAQ: Google-Strafe und Standortdaten

Warum muss Google 403 Millionen Euro Strafe zahlen?

Die irische Datenschutzbehörde DPC stellte Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) bei der Verarbeitung von Standortdaten fest. Nutzer könnten unter anderem nicht ausreichend darüber informiert gewesen sein, wie ihre Standortinformationen verwendet wurden.

Welche Google-Dienste waren von der Untersuchung betroffen?

Die Untersuchung betraf die Verarbeitung von Standortdaten über „Web & App Activity“, „Location History“ und „Location Accuracy“. Untersucht wurde der Zeitraum vom 25. Mai 2018 bis zum 4. Februar 2020.

Was muss Google jetzt ändern?

Die DPC hat Google angewiesen, die beanstandete Verarbeitung innerhalb von sechs Monaten mit den Anforderungen der DSGVO in Einklang zu bringen. Google verweist darauf, dass die untersuchten Richtlinien inzwischen geändert wurden.

Weiterführende Informationen

Verbraucherorganisation BEUC: Google fined for invasive location tracking after BEUC complaint

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