Forschung: Teebeutel enthält Spuren von 400 Insekten

Deutsche Forscher haben den Inhalt handelsüblicher Teebeutel auf DNA-Spuren untersucht. Dabei fanden sie Erbgutspuren von bis zu 400 Tieren.
Autor: Melanie Ogris, 23.06.2022 um 09:44 Uhr

Bienen hinterlassen bei der Bestäubung Speichel, Wanzen stechen in Blätter, Spinnen machen Fäden und diverse Insekten lassen Eier und Exkremente zurück. Diese Spuren der Tiere auf Blüten und Kräutern landen später in unseren Teetassen. Ein deutsches Forschungsteam hat nun ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Erbgutspuren in getrockneten Pflanzen finden lassen.

Neue Technik

Für die Studie, die im im Fachjournal „Biological Letters“ veröffentlicht wurde, untersuchten die Forscher handelsübliche Tees. „In einem einzigen Teebeutel haben wir DNA von bis zu 400 verschiedenen Insektenarten gefunden“, so Assistant Professor Henrik Krehenwinkel von der Universität Trier. Die Methode besteht darin, die DNA aus zerkleinertem, getrocknetem Pflanzenmaterial zu entnehmen, da sie an der Oberfläche durch UV-Licht und Regen nicht lange verfügbar ist.

Wichtige Hinweise für Artenverlust

Die Verfahrensweise eröffnet neue Möglichkeiten. Beispielsweise können nun alte Pflanzenbestände aus Museen analysiert werden und ihre Besiedlung mit der heutigen verglichen werden. So ließe sich herausfinden, wie die Insektengemeinschaft vor Jahren ausgesehen hat, als die Pflanze gesammelt wurde, und wie sie heute an dem Standort aussieht. Das sei gerade im Hinblick auf das Insektensterben von Bedeutung.