Panikkäufe: Österreich hat kein Brennholz mehr

Weit und breit gibt es kein Brennholz mehr. Fake-Shops wollen mit der Energiekrise Geld verdienen.
Autor: Brigitte Biedermann, 14.07.2022 um 11:09 Uhr

In Österreich verbreitet sich langsam Panikstimmung: Viele Menschen fürchten, dass Putin den Gashahn abdreht und sie im Winter frieren müssen. Viele Haushalte haben aus diesem Grund einen Kachelofen angeschafft. Es gibt nur ein Problem: Das Holz ist aus!

Nachfrage nach Öfen enorm

„Wer heuer noch einen Ofen will, muss schnell sein“, sagt Thomas Schiffert, Geschäftsführer des Kachelofenverbands in der Tageszeitung "Die Presse". Die Nachfrage sei um 60 Prozent gestiegen. Hafner und Rauchfangkehrer sind über Monate ausgebucht. Schon während der Pandemie schossen die Verkaufszahlen in die Höhe, nun sorgt die Energiekrise für einen wahren Boom. Wer einen Holzofen will, muss im Schnitt 12.000 bis 15.000 Euro bezahlen.

Österreich geht das Holz Aus

Aber was nützt der neue Ofen, wenn es kein Brennholz mehr gibt? Bei den gängigen Baumärkten ist das Brennholz ausverkauft. Die meisten Brennholzlieferanten heben gar nicht mehr vom Telefon ab, weil sie regelrecht gestürmt werden und Zustellung findet keine mehr statt. Nur mehr vereinzelt gibt es Restbestände, natürlich zu äußert teuren Preisen. 

Preise enorm gestiegen

So berichten verzweifelte Kaminbesitzer von Preisen von 110 Euro pro Raummeter, vor zehn Jahren war der Preis bei rund 70 Euro. Und diese Zahlen dürften noch nicht das Ende sein, sondern heuer wohl noch auf ein Rekordhoch steigen. Das gleiche gilt im Übrigen für Holzpellets und andere alternative Heizstoffe.

Warnung vor Fake-Shops im Internet

Und wie immer nutzen Kriminelle diese Krise aus und versuchen mit der Panik der Menschen Geld zu verdienen. Denn derzeit gibt es im Internet immer mehr Fake-Shops, die Brennholz, Pellets, Photovoltaikanlagen, Wechselrichter oder Stromspeicher anbieten. 

Die Lieferung kommt niemals an

"Derzeit boomen Fake-Shops, die alternative Energiequellen anbieten", berichtete Watchlist-Projektleiter Thorsten Behrens. "Wer in diesen Shops bestellt und im Voraus bezahlt, ist das überwiesene Geld los. Die ersehnte Gas-Alternative wird niemals geliefert." Wer Internetbetrügern auf den Leim gegangen ist, sollte sich rasch bei der eigenen Bank melden und fragen, ob eine Rückbuchung möglich ist. Davon abgesehen, bleibt nur die Anzeige bei der Polizei.

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Auf den ersten Blick würden viele Angebote professionell wirken. Eine Möglichkeit, Betrug zu erkennen, bietet die Internetseite watchlist-internet.at. Zuletzt seien wieder etliche Online-Offerte als Fake entlarvt worden, die Experten nannten als Beispiele brennholz-und-pellets.com, guteholzheizung.de, mkw-energieholz.com, plessner-holz.com, pluriholz.com, solanex.de, solarnetz.at, top-brennholz.com, wald-brennholz.de sowie besteronlineshop.com.