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Keine bzw. wenige Eier in einem Supermarktregal
Leere Eier-Regale in Supermärkten.
Leere Eier-Regale in Supermärkten.
APA-Images / Pressefoto Scharinger / Daniel Scharinger

Eier-Krise: Leere Regale im Supermarkt

06.01.2026 um 11:12, Simone Reitmeier
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Leere Eierregale sorgen für Frust im Supermarkt. Die Geflügelpest und eine hohe Nachfrage treiben Preise nach oben und verschärfen den Eier-Engpass.

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Wer aktuell Eier braucht, wird in vielen Supermärkten enttäuscht: Insbesondere Bio- und Freilandeier sind derzeit Mangelware. Manche Regale sind leer, andere zumindest halb voll. Grund dafür ist die Geflügelpest, die 2025 zu einer ständigen Bedrohung avancierte.

Millionen Tiere getötet

Früher wurde die Vogelgrippe saisonal zur Gefahr, zu Zeiten der Vogelzüge im Frühjahr und Herbst, heuer ist sie jedoch das ganze Jahr hindurch ein Problem. Europaweit mussten Millionen von Tieren gekeult werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. In Gebieten mit „stark erhöhtem Risiko“ gilt in Österreich seit 20. November Stallpflicht für Geflügel. Hintergrund dafür sind zwei bestätigte Fälle Mitte November, wie die Landwirtschaftskammer im Dezember berichtete. Zum einen in einer Kleinhaltung im Bezirk Neusiedl am See (Burgenland) mit 170 Hühnern, Enten, Gänsen und Puten. Zum anderen brach die Geflügelpest auch im Bezirk Steyr aus. Der betroffene Betrieb hielt über 700 Gänse.

Starke Nachfrage = höhere Preise

Die europaweit angespannte Situation wirkt sich auch auf den heimischen Eiermarkt aus, berichtet die Österreichische Frischeier Erzeugergemeinschaft (EZG). Da europaweit kaum günstige Eier verfügbar sind, hat sich die Nachfrage nach heimischen Produkten deutlich erhöht. Dazu kommt ein höherer Bedarf in der vorweihnachtlichen Zeit (Backsaison), was den Druck auf die Lieferketten zusätzlich verstärkte. Trotz stabiler Produktion im Inland lässt sich die hohe Nachfrage derzeit nicht überall vollständig abdecken. Damit einher geht eine Preissteigerung: Laut Statistik Austria sind die Eierpreise bereits Anfang Dezember 2025 um rund neun Prozent gestiegen. Vermutlich werden die Preise noch weiter steigen.

Österreich: Tendenz zu Freilandhaltung

Laut EZG waren Ende November 2025 österreichweit knapp 7,5 Millionen Legehennen registriert. Davon etwa 55 Prozent in Bodenhaltung, rund 32 Prozent in Freilandhaltung und knapp 13 Prozent in Bio-Haltung. Österreicher tendieren beim Kauf zunehmend zur Freilandhaltung statt zur Bodenhaltung. Der Anteil der biologisch gehaltenen Legehennen ist in Österreich stabil und im europäischen Vergleich hoch.

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