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Ambulanzfahrzeug mit eingeschaltetem Blaulicht in einer dunklen Straße in Amritsar, umgeben von Einsatzkräften und Fahrzeugen.
In Indien soll ein Österreicher seine Ehefrau in einem Hotel ermordet haben.
In Indien soll ein Österreicher seine Ehefrau in einem Hotel ermordet haben.
APA-Images / AP / Yasin Dar

Mord im Hotel: Österreicher tötet Ehefrau

15.01.2026 um 12:58, Stefanie Hermann
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In Amritsar wurde eine in Wien lebende Inderin tot in einem Hotel gefunden. Ihr Ehemann, ein Österreicher mit indischen Wurzeln, steht unter Mordverdacht.

In der nordindischen Stadt Amritsar hat sich am Sonntag eine Familientragödie ereignet. Die 30-jährige Prabhjot K., eine in Wien lebende Inderin, wurde leblos und blutüberströmt in einem Hotelzimmer an der Court Road aufgefunden. Für die junge Mutter kam jede Hilfe zu spät.

Verdacht gegen Ehemann mit österreichischem Pass

Als dringend tatverdächtig gilt ihr Ehemann, ein Österreicher mit indischen Wurzeln. Nach bisherigen Ermittlungen soll er seine Frau mit einer scharfkantigen Waffe getötet haben. Seit der Tat ist der Mann auf der Flucht. Die indische Polizei hat eine Großfahndung eingeleitet.

Familienreise endet in Gewalt

Das Paar war erst wenige Tage zuvor gemeinsam mit seinem sieben Monate alten Sohn aus Wien nach Indien gereist. Anlass war die Bhog-Zeremonie zur Feier der Geburt ihres Kindes. Auch das traditionelle Lohri-Fest wollten sie mit ihren Angehörigen begehen. Dazu kam es aber nicht mehr.

Eifersucht als mögliches Motiv

Nach Angaben von Familienmitgliedern soll der Mann extrem eifersüchtig gewesen sein. Immer wieder sei es in der Ehe zu Auseinandersetzungen gekommen. Der Bruder des Opfers sagte, sein Schwager habe seine Schwester häufig kontrolliert. Auch der Vater der Getöteten bestätigte Streitigkeiten kurz vor der Tat: „Sie übernachteten in einem Hotel in Amritsar, wo meine Tochter ermordet wurde. Wir fordern Gerechtigkeit.“

Polizei fahndet nach flüchtigem Österreicher

Die Ermittlungsbehörden gehen von einem gezielten Tötungsdelikt aus. „Erste Ermittlungen ergaben, dass die Verstorbene und ihr Ehemann häufig in Streit gerieten“, erklärte der stellvertretende Polizeikommissar Lakhwinder Singh Kaler. „Aufgrund von Aussagen der Angehörigen gehen wir von einem Mordfall aus. Wir setzen alles daran, den Täter schnellstmöglich zu fassen.“ Für den gesuchten Österreicher gilt die Unschuldsvermutung.

Kind in Obhut der Botschaft

Der erst sieben Monate alte Sohn des Paares wird derzeit von Mitarbeitern der österreichischen Botschaft betreut. Das Außenministerium in Wien bestätigte den Fall. „Wir sind über diesen Fall informiert und stehen mit der Familie des Opfers in Kontakt“, heißt es aus dem Ministerium.

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