Digitaler Euro: Das ist der Zeitplan bis zum Start
- Einfach und schnell bezahlen
- Angst vor „gläsernen Bürgern“ und Totalüberwachung
- Bargeld soll bleiben
- Wann startet der digitale Euro?
- Digitaler Euro ist keine Kryptowährung
Der digitale Euro sorgt aktuell für Aufsehen und für viele Fragen. Denn während die Europäische Zentralbank (EZB) an der Einführung einer digitalen Version unserer Währung arbeitet, wächst gleichzeitig die Sorge in der Bevölkerung.
Einfach und schnell bezahlen
Mit dem digitalen Euro verfolgt die EU mehrere Ziele. Dazu gehört, die Abhängigkeit von internationalen Zahlungsanbietern zu verringern und ein europäisches, staatlich kontrolliertes Zahlungssystem zu etablieren. Darüber hinaus soll der digitale Euro eine zusätzliche, sichere Zahlungsoption bieten und die Digitalisierung im Zahlungsverkehr vorantreiben. Für Konsumenten würde das auch einfacheres und schnelleres Bezahlen bedeuten. Er wäre eine Art elektronisches Bargeld, direkt von der EZB ausgegeben, und könnte unabhängig von Banken oder Kreditkartenanbietern genutzt werden. Gerade im Wettbewerb mit großen Tech-Konzernen und internationalen Zahlungsdiensten will Europa damit aufholen.
Angst vor „gläsernen Bürgern“ und Totalüberwachung
Doch genau hier beginnt die Kritik. Viele Menschen fürchten, dass mit dem digitalen Euro auch mehr Kontrolle einhergehen könnte. Immer wieder wird diskutiert, ob Zahlungen nachvollziehbar wären oder ob der Staat langfristig Einfluss darauf nehmen könnte, wie Geld verwendet wird. Schlagworte wie „gläserner Bürger“ oder „programmiertes Geld“ machen die Runde.
Laut einer Umfrage der ÖGfE (Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik) haben rund zwei Drittel der Österreicher vom digitalen Euro gehört. Jeder Zweite zeigt sich bei der Nutzung jedoch skeptisch und kann sich eine Nutzung eher nicht oder gar nicht vorstellen. 42 Prozent können sich aber immerhin vorstellen, die digitale Währung zu nutzen, sollte sie eingeführt werden. Wenig überraschend: Dabei sind junge Menschen eher dazu bereit als ältere. „Die Debatte wird aktuell mehr von der Kritik als von den Fürsprechern dominiert“, so Paul Schmidt, Generalsekretär der ÖGfE. „Junge Menschen, die in einer digitalisierten Welt aufwachsen, stehen ihm offener gegenüber. Kein Zufall, dass auch die Einstellung zur EU eine wesentliche Rolle spielt, ob der digitale Euro als künftiges Zahlungsmittel angenommen wird.“
Bargeld soll bleiben
Die EZB versucht zu beruhigen: Bargeld soll weiterhin bestehen bleiben, der digitale Euro lediglich eine Ergänzung sein. Auch beim Thema Datenschutz werde an Lösungen gearbeitet, die die Privatsphäre gewährleisten. „Noch fehlt es an Information und einem besseren Verständnis des Mehrwerts eines digitalen, öffentlichen Geldes und an Vertrauen, dass durch den digitalen Euro eben nicht das Bargeld ersetzt und auch nicht die Privatsphäre der Menschen offengelegt wird“, sagt Schmidt.
Wann startet der digitale Euro?
Derzeit (seit November 2025) läuft jene Phase, in der die technischen Voraussetzungen für die Entwicklung eines digitalen Euros geschaffen werden sollen. Das wird noch bis Ende 2027 dauern, ein Pilotprojekt könnte aber schon 2027 starten. Der tatsächliche Start wird aber wohl nicht vor 2029 sein.
Digitaler Euro ist keine Kryptowährung
Der digitale Euro unterscheidet sich grundlegend von Kryptowährungen wie Bitcoin. Er wird von der EZB ausgegeben und ist vollständig an den Euro gekoppelt. Sein Wert ist stabil und entspricht immer dem Nennwert. Zudem handelt es sich nicht um ein spekulatives Anlageprodukt, sondern um ein Zahlungsmittel. Auch die technische Umsetzung unterscheidet sich: Der digitale Euro basiert nicht zwingend auf einer öffentlich zugänglichen Blockchain.