Digitaler Euro: Darum wird eine neue Nummer benötigt
Mit dem digitalen Euro könnte in den kommenden Jahren nicht nur ein neues Zahlungsmittel, sondern auch eine neue Kontokennung Einzug halten. Die sogenannte DEAN soll für digitale Euro-Konten eine ähnliche Funktion übernehmen wie die IBAN bei klassischen Bankkonten. Nach den aktuellen technischen Spezifikationen besteht sie aus 18 Zeichen und beginnt immer mit den Buchstaben „EU“.
Das steckt hinter der DEAN
DEAN steht für „Digital Euro Account Number“. Sie soll das jeweilige digitale Euro-Konto eindeutig kennzeichnen und damit dafür sorgen, dass Zahlungen dem richtigen Empfänger zugeordnet werden können.
Das Prinzip erinnert an die bekannte IBAN. Wer künftig etwa digitale Euro an Freunde überweist oder damit online bezahlt, könnte dafür die Kennung des Empfängers verwenden. Verwaltet wird die Zuordnung über die technische Infrastruktur des digitalen Euro.
Für Privatnutzer sieht der derzeitige Entwurf grundsätzlich nur ein digitales Euro-Konto vor. Unternehmen sollen hingegen mehrere Konten und entsprechend mehrere DEANs nutzen können. Auch bei einem Wechsel des Zahlungsdienstleisters soll die bestehende Nummer erhalten bleiben können.
So ist die neue Nummer aufgebaut
Die geplante DEAN unterscheidet sich deutlich von einer österreichischen IBAN. Während diese mit „AT“ beginnt, startet die digitale Euro-Kennung unabhängig vom Wohnsitz immer mit „EU“.
Insgesamt umfasst sie 18 alphanumerische Zeichen. Nach den Buchstaben „EU“ folgen zwei Prüfziffern. Die fünfte Stelle ist eine Kennziffer, anschließend kommt eine 13-stellige Seriennummer.
Ein Land lässt sich daraus bewusst nicht unmittelbar ablesen. Die DEAN soll europaweit einheitlich funktionieren und nicht von einem bestimmten Staat oder Zahlungsdienstleister abhängig sein. Die genaue Ausgestaltung stammt allerdings weiterhin aus einem Entwurf des Regelwerks und kann bis zu einer möglichen Einführung noch angepasst werden.
Handynummer soll Bezahlen erleichtern
Im Alltag sollen Nutzer die 18-stellige Zeichenfolge nicht ständig eingeben müssen. Dafür ist ein sogenannter Alias vorgesehen. Dabei kann eine leichter merkbare Kennung mit der DEAN verknüpft werden.
Im kommenden Pilotprojekt ist dafür zunächst die Mobiltelefonnummer vorgesehen. Wer einem Bekannten digitale Euro schicken möchte, könnte dadurch dessen Handynummer auswählen, während im Hintergrund automatisch die zugehörige DEAN ermittelt wird.
Die EZB will damit eine Bedienung ermöglichen, die modernen Bezahl-Apps ähnelt. Die eigentliche Kontonummer bleibt im Hintergrund bestehen, muss bei vielen Zahlungen aber nicht manuell eingegeben werden.
Wann die DEAN erstmals getestet wird
Eine Einführung des digitalen Euro steht noch nicht fest. Derzeit befindet sich das Projekt in der Entwicklungsphase. 36 ausgewählte Zahlungsdienstleister bereiten gemeinsam mit der EZB einen großen Praxistest vor.
Dieser soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 beginnen und zwölf Monate dauern. Dabei werden unter anderem Zahlungen zwischen Privatpersonen sowie Bezahlvorgänge im Handel und im Internet getestet. Auch DEAN und Handynummer-Alias sollen dabei praktisch erprobt werden.
Für Verbraucher ändert sich deshalb vorerst nichts. Die heutige IBAN wird durch die DEAN nicht ersetzt.