Corona: Kündigungen im Krankenstand nehmen zu

Seit 1. August 2022 ist die Corona-Quarantäne Geschichte. Wer krank ist, soll jetzt vom Arzt krankgeschrieben werden und zuhause bleiben. Die Arbeiterkammer berichtet jetzt aber von ersten Problemen mit der Regelung.
Autor: Lukas Steinberger-Weiß, 12.08.2022 um 09:25 Uhr

Die Abschaffung der Corona-Quarantäne sorgte nicht nur im Vorfeld für Kritik, denn jetzt werden erste Probleme der neuen Regelung sichtbar. Personen mit Symptomen sollen vom Hausarzt krankgeschrieben werden. Symptomlose, positive Personen dürfen mit Maske sogar arbeiten gehen. Wie Arbeiterkammer-Jurist Philipp Brokes auf Twitter berichtet, kommt es derzeit vermehrt zu Kündigungen im Corona-Krankenstand:

Obwohl diese Praxis wohl für Unverständnis sorgt, ist es für den AK-Juristen keine Überraschung:

Grund für Krankenstand ist nicht verpflichtend zu nennen

Was viele Menschen in Österreich nicht wissen: Der Grund für den Krankenstand muss beim Arbeitgeber nicht angegeben werden. So steht auf der Krankmeldung des Arztes aus gutem Grund nur "Krankheit" und keine Diagnose. Wer ehrlich ist und ein gutes Einvernehmen mit dem Arbeitgeber hat, wird aber oft den Grund angeben. In einigen Fällen ist diese Praxis aber anscheinend nicht die Allerbeste.

AK-Jurist Philipp Brokes nennt im Tweet leider nicht, in welchen Branchen es zu diesen Kündigungen kommt. Gastronomie, Tourismus und andere Bereiche suchen ja derzeit händeringend nach Personal, hier ist es unvorstellbar, dass vorhandene Mitarbeiter wegen eines Krankenstandes gekündigt werden. Wer sich mit einer Kündigung im Krankenstand konfrontiert sieht, wendet sich am besten an die zuständige Arbeiterkammer.