Venezuela: Caracas erlebt Nacht voller Explosionen
Inhalt
- Bilder von Bränden kursieren online
- Politischer Hintergrund verschärft die Lage
- Möglicher erster Angriff an Land
- Maduro zeigt sich gesprächsbereit
In der venezolanischen Hauptstadt Caracas ist es in der Nacht auf Samstag zu mehreren lauten Explosionen gekommen. Augenzeugen berichteten von heftigen Detonationen, die von Geräuschen begleitet wurden, die an den Überflug von Flugzeugen erinnerten. Der Vorfall begann gegen 2.00 Uhr Ortszeit und hielt über mehrere Minuten an. Auch nach mehr als einer Viertelstunde waren die ungewöhnlichen Geräusche noch deutlich wahrnehmbar.
Rund eine halbe Stunde später wurde eine weitere Explosion gemeldet, die in mehreren Stadtteilen spürbar gewesen sein soll. Besonders aus dem Süden und Osten der Millionenmetropole wurden Erschütterungen gemeldet. Offizielle Stellen äußerten sich zunächst nicht zu den Ursachen der Vorfälle.
Bilder von Bränden kursieren online
In sozialen Netzwerken tauchten kurz darauf zahlreiche Bilder und Videos auf, die große Brände mit dichten Rauchsäulen zeigen sollen. Ob diese Aufnahmen tatsächlich in Caracas entstanden sind, ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Die genaue Lage der mutmaßlichen Brandherde blieb unklar, ebenso wie mögliche Schäden oder Opfer.
Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP bestätigte jedoch, dass mehrere Explosionen deutlich zu hören waren. Die Situation sorgte in der Bevölkerung für Verunsicherung, da offizielle Informationen in den Stunden nach den Vorfällen ausblieben.
Politischer Hintergrund verschärft die Lage
Die nächtlichen Ereignisse ereigneten sich vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen zwischen Venezuela und den Vereinigten Staaten. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt öffentlich über mögliche Angriffe auf venezolanisches Festland gesprochen. Zudem erklärte er, die Tage des linksnationalistischen Präsidenten Nicolás Maduro seien „gezählt“.
Seit September führen US-Streitkräfte regelmäßig Einsätze gegen mutmaßliche Drogenschmuggler in der Karibik und im Ostpazifik durch. Dabei wurden nach Angaben aus US-Kreisen bereits mehr als 100 Menschen getötet. Kritiker werfen den USA vor, es handle sich um völkerrechtswidrige Aktionen und außergerichtliche Tötungen.
Möglicher erster Angriff an Land
Zu Beginn der Woche hatte Trump zudem einen Angriff kommentiert, der als möglicher erster direkter US-Einsatz auf venezolanischem Boden gewertet wird. Dabei sei eine Anlegestelle zerstört worden, die mutmaßlich von Drogenschmugglern genutzt worden sei. Washington wirft der Regierung in Caracas vor, den internationalen Drogenschmuggel aktiv zu unterstützen und damit die Sicherheit der USA zu gefährden.
Die venezolanische Regierung weist diese Vorwürfe entschieden zurück. Präsident Maduro sieht stattdessen einen Versuch der USA, seine Regierung zu destabilisieren und letztlich zu stürzen. Zudem beschuldigt er Washington, es auf die umfangreichen Erdölreserven des Landes abgesehen zu haben.
Maduro zeigt sich gesprächsbereit
Trotz der angespannten Lage signalisierte Maduro zuletzt Gesprächsbereitschaft. „Wo immer sie wollen und wann immer sie wollen“, erklärte er im Staatsfernsehen mit Blick auf mögliche Verhandlungen mit den USA. Themen könnten unter anderem der Kampf gegen den Drogenhandel, die Ölindustrie und Migration sein. Gleichzeitig betonte Maduro die Verteidigungsfähigkeit seines Landes. Das nationale Sicherheitssystem garantiere weiterhin die territoriale Integrität und den Frieden Venezuelas. „Wir sind vorbereitet, unsere Souveränität zu schützen“, sagte der Präsident.