Direkt zum Inhalt
Klimaaktivistin Martha Krumpeck während eines Protests der Letzten Generation
Am Landesgericht Wien fielen die ersten Urteile im Prozess gegen die Letzte Generation wegen schwerer Sachbeschädigung am Bundeskanzleramt.
Am Landesgericht Wien fielen die ersten Urteile im Prozess gegen die Letzte Generation wegen schwerer Sachbeschädigung am Bundeskanzleramt.
APA-Images / ALEX HALADA

"Keine Hoffnung": Klima-Aktivisten verurteilt

20.02.2026 um 14:20, Marcel Toifl
min read
Prozessauftakt am Landesgericht Wien: Martha Krumpeck und weitere Mitglieder der Letzten Generation wurden wegen Sachbeschädigung verurteilt.

Am Landesgericht für Strafsachen Wien fand am Freitag die erste große Hauptverhandlung im Prozess gegen die Letzte Generation statt. Das Verfahren gegen die Klimabewegung startete mit viel Aufmerksamkeit und endete mit den ersten juristischen Konsequenzen: Zwei Schuldsprüche und vier Diversionsangebote markieren das vorläufige Ergebnis für die insgesamt 47 angeklagten Personen.

Prozessauftakt gegen Letzte Generation im Landesgericht Wien

Das Polizeiaufgebot vor dem Wiener „Landl“ war am Freitagmorgen enorm. Trotz widriger Wetterbedingungen versammelten sich zahlreiche Unterstützer vor dem Landesgericht für Strafsachen, um ihre Solidarität mit den Angeklagten zu bekunden. Im vollbesetzten Saal 401 begann die Richterin das Verfahren gegen die ersten sieben Aktivisten, wobei ein Fall direkt zu Beginn für eine spätere Verhandlung ausgeschieden wurde.

Vorwürfe: Sachbeschädigung am Bundeskanzleramt

Die Staatsanwaltschaft Wien legt den Mitgliedern der Letzten Generation schwere Sachbeschädigung zur Last. Zentraler Punkt der Anklage sind Farbbewerfe auf das Bundeskanzleramt sowie das Landhaus in St. Pölten. Auch Aktionen am Wiener Flughafen und grün eingefärbte Wasserbecken sind Teil des Strafantrags. Laut Staatsanwältin entstand ein Sachschaden von rund 11.000 Euro, wobei das Motiv des Klimaschutzes für die rechtliche Bewertung der Sachbeschädigung nicht relevant sei.

Stimmung im Landl: Martha Krumpeck vor Gericht

Besonderes Medieninteresse galt der Mitbegründerin der Bewegung: Martha Krumpeck. Die Aktivistin, die bereits durch Hungerstreiks bekannt wurde, gab sich vor Gericht geständig, betonte aber ihre moralische Unschuld. „Ich bin unschuldig vor meinem Gewissen“, so Krumpeck, wie die Kronen Zeitung berichtet. Ihr Verteidiger untermauerte die Zukunftsangst der Angeklagten als treibende Kraft hinter den Protesten der Letzten Generation.

Verlauf der Hauptverhandlung gegen Klimaaktivisten

Das Beweisverfahren am Vormittag verlief ruhig. Die Gruppe der Angeklagten war bunt gemischt. Die Einzelrichterin arbeitete die Fälle zügig ab, da sich die meisten Beschuldigten zu ihren Taten bekannten, diese jedoch als notwendigen Protest verteidigten.

Urteile und Diversion: Die ersten Entscheidungen im Prozess

Das erste Urteil gegen die Letzte Generation fiel gegen Mittag: Martha Krumpeck wurde zu einer Geldstrafe von 320 Euro verurteilt, eine weitere Aktivistin zu 360 Euro. Vier weitere Teilnehmer erhielten ein Angebot zur Diversion. Nach Zahlung von Geldbußen zwischen 290 und 650 Euro sowie der Wiedergutmachung des Schadens können diese Verfahren eingestellt werden. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Weitere Verhandlungstage am Landesgericht Wien sind für den 4. und 18. März 2026 angesetzt.

 

more