Akademikerball-Sperren: Wien droht das Chaos
- Akademikerball Wien Hofburg: Anreise durch Tiefschnee erschwert
- Erste Sperren in der Wiener Innenstadt ab dem Nachmittag
- Zwei Protestzüge gegen den Akademikerball angekündigt
- Platzverbot am Heldenplatz rund um die Hofburg
- Hunderte Polizisten beim Akademikerball im Einsatz
- Politische Prominenz und scharfe Kritik: Zitate von FPÖ, SPÖ & Grünen
Wien steht am heutigen Freitag vor einer doppelten Herausforderung: Während 15 Zentimeter Neuschnee die Stadt lahmlegen, findet am Abend der umstrittene Akademikerball in der Wiener Hofburg statt. Neben dem Winterdienst ist vor allem die Polizei gefordert, da weitreichende Sperren und Demonstrationen mit bis zu 1.200 Teilnehmenden den innerstädtischen Verkehr massiv beeinflussen werden.
Akademikerball Wien Hofburg: Anreise durch Tiefschnee erschwert
Bereits in den frühen Morgenstunden sorgte starker Schneefall für ein Verkehrschaos in der Bundeshauptstadt. Busse blieben stecken, Straßenbahnen verzeichneten massive Verspätungen. Wer zum Akademikerball in die Hofburg anreisen möchte, muss deutlich mehr Zeit einplanen. Der Individualverkehr kommt aufgrund der Schneemassen nur schleppend voran, was die Situation rund um die geplanten Sperren zusätzlich verschärft.
Erste Sperren in der Wiener Innenstadt ab dem Nachmittag
Ab etwa 16:00 Uhr leitet die Polizei umfassende Maßnahmen ein. Es ist mit großräumigen Sperren im Bereich des Rings und der angrenzenden Gassen zu rechnen. Verkehrsteilnehmer werden dringend gebeten, den innerstädtischen Bereich zu umfahren. Die Sperren betreffen nicht nur Autos, sondern auch Einschränkungen im öffentlichen Verkehr sind für den Abend des Akademikerballs angekündigt.
Zwei Protestzüge gegen den Akademikerball angekündigt
Um 17:00 Uhr sammelt sich die Plattform „Offensive gegen Rechts“ vor der Universität Wien. OGR-Sprecherin Käthe Lichtner hält dazu fest: „Dieser Ball ist seit Jahren ein Vernetzungstreffen der europäischen Rechten, welche mit ihrer Ideologie den Faschismus befeuern und unsere Gesellschaft weiter spalten.“
Zudem betont Lichtner: „Unsere Demonstration soll einmal mehr verdeutlichen, dass dieses Spitzentreffen der europäischen Rechtsextremen in unserer Stadt keinen Platz hat.“
Ein zweiter Zug, der sogenannte „Budenbummel“, startet am Urban-Loritz-Platz. Die Routen führen über den Stephansplatz und den Schmerlingplatz, was zu temporären Sperren entlang der Ringstraße führen wird.
Platzverbot am Heldenplatz rund um die Hofburg
Ab 17:00 Uhr gilt ein behördliches Platzverbot auf dem Heldenplatz unmittelbar vor der Wiener Hofburg. Der Zutritt zum Akademikerball ist streng reglementiert und erfolgt nur nach intensiven Kontrollen. Diese Maßnahme dient dazu, ein direktes Aufeinandertreffen von Ballgästen und Demonstrierenden zu verhindern.
Hunderte Polizisten beim Akademikerball im Einsatz
Die Wiener Polizei erhält Unterstützung aus anderen Bundesländern, um die Sicherheit rund um den Akademikerball in der Hofburg zu gewährleisten. Mehrere hundert Beamte begleiten die Protestzüge und sichern die Sperren ab. Im Vorjahr verliefen die Proteste laut Exekutive „ohne nennenswerte Zwischenfälle“.
Politische Prominenz und scharfe Kritik: Zitate von FPÖ, SPÖ & Grünen
In der Hofburg werden unter anderem Nationalratspräsident Walter Rosenkranz und Dominik Nepp erwartet. SPÖ-Erinnerungskultur-Sprecherin Sabine Schatz kritisiert dies in einer Presseaussendung scharf: „Der Akademikerball steht seit Jahren für ein Milieu, das deutschnationales und rechtsextremes Gedankengut verharmlost. Wer als Nationalratspräsident eine überparteiliche und verbindende Rolle innehat, darf solchen Veranstaltungen nicht durch seine Anwesenheit Legitimität verleihen.“
Schatz ergänzt: „Während Rechtsextreme aus dem In- und Ausland dort anstoßen und Kontakte knüpfen, verleiht der Nationalratspräsident dem Ganzen durch seine Anwesenheit einen offiziellen Anstrich.“
Auch der grüne Abgeordnete Lukas Hammer findet deutliche Worte: „Beim Akademikerball wird Rechtsextremismus im wahrsten Sinne des Wortes salonfähig gemacht. Die Veranstaltung ist seit jeher kein harmloser Tanzabend, sondern ein internationales Vernetzungstreffen von extremen Rechten, Neonazis und Anti-Demokraten.“
FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker weist die Kritik als „linksradikale Hetzkampagne“ zurück: „Dass die SPÖ-Abgeordnete Schatz und ihr grünes Pendant Hammer in die linksradikale Hetz- und Diffamierungskampagne gegen den Wiener Akademikerball einstimmen, offenbart nicht nur ihr bedenkliches Demokratieverständnis, sondern ist gerade in Zeiten linksextremistischer Gewalteskalation verantwortungslos.“
Hafenecker warnt zudem: „Wenn es daher morgen zu Eskalationen bei diesen linken Demonstrationen kommt, dann tragen sie die politische Mitverantwortung dafür!“
Quellen und weiterführende Informationen