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Bumble-App auf einem Smartphone in der Hand – die Dating-App ändert ihre Regeln für die erste Nachricht.
Bei Bumble dürfen jetzt beide Seiten die erste Nachricht schicken. Die Dating-App verabschiedet sich damit von einer ihrer bekanntesten Regeln.
Bei Bumble dürfen jetzt beide Seiten die erste Nachricht schicken. Die Dating-App verabschiedet sich damit von einer ihrer bekanntesten Regeln.
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Bumble kippt Kult-Regel: Jetzt dürfen Männer zuerst schreiben

12.08.2026 um 15:49, Jovana Borojevic
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Bumble ändert seine Dating-Regeln: Jetzt dürfen auch Männer die erste Nachricht schicken. Zudem haben Nutzer künftig 72 Stunden Zeit zum Antworten.

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Seit dem Start im Jahr 2014 hob sich Bumble mit einer einfachen Regel von Konkurrenten wie Tinder ab: Bei heterosexuellen Matches konnten ausschließlich Frauen das Gespräch beginnen. Seit dem 11. August 2026 gilt diese Vorgabe nicht mehr. Weltweit können nun beide Seiten die erste Nachricht verschicken.

Bumble reagiert damit nach eigenen Angaben auf ein verändertes Dating-Verhalten. Nutzer hätten sich mehr Flexibilität, weniger Druck und bessere Chancen auf echte Verbindungen gewünscht.

Bumble: Männer dürfen jetzt zuerst schreiben

Eine von Bumble beauftragte Umfrage unter 1000 Singles zwischen 18 und 35 Jahren in Deutschland zeigt ein gemischtes Bild. Demnach fühlen sich 55 Prozent der Frauen sicherer, wenn sie selbst bestimmen können, wann ein Gespräch beginnt. Vor allem jüngere Frauen finden es allerdings gut, wenn auch Männer den ersten Schritt machen können.

Ganz ohne Regeln funktioniert das neue System trotzdem nicht. Zwar kann künftig jeder eine erste Nachricht schicken, doch der eigentliche Chat beginnt erst, wenn die andere Person darauf antwortet.

Wer lediglich ein einzelnes Wort oder eine wenig aussagekräftige Nachricht verschickt, soll zudem einen Hinweis erhalten. Bumble will Nutzer damit dazu bringen, den Gesprächseinstieg persönlicher zu gestalten.

Neue Bumble-Regel: 72 Stunden Zeit zum Antworten

Auch bei der Antwortfrist dreht Bumble an einer wichtigen Stellschraube. Bisher mussten Nutzer innerhalb von 24 Stunden reagieren, künftig bleiben dafür 72 Stunden Zeit.

Erste Produkttests seien laut Bumble positiv verlaufen. Mehr als die Hälfte der Befragten gab dem Unternehmen zufolge an, dass die längere Frist ihre Erfahrung mit der Dating-App verbessert habe.

Tests in Kanada sollen außerdem gezeigt haben, dass nach den Änderungen häufiger Gespräche gestartet wurden, weniger Chats ungenutzt abliefen und mehr gegenseitige Unterhaltungen entstanden.

Besonders deutlich soll der Effekt bei Frauen gewesen sein. Die Zahl der Gespräche, die sich tatsächlich aus einer ersten Nachricht entwickelten, stieg bei ihnen laut Bumble mehr als doppelt so stark wie bei Männern. Gleichzeitig gaben 92 Prozent der befragten Frauen an, weiterhin das Gefühl zu haben, die Kontrolle über ihre Erfahrungen in der App zu behalten.

Warum Bumble seine Dating-Regeln ändert

Hinter dem Umbau steckt auch wirtschaftlicher Druck. Dating-Apps kämpfen mit Ermüdungserscheinungen bei Nutzern und schwächerem Wachstum. Bumble meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatzrückgang von 15,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahl der zahlenden Nutzer sank um 16,4 Prozent.

An der Börse kam die Ankündigung zunächst gut an. Die Bumble-Aktie legte am Dienstag um fünf Prozent zu. Im laufenden Jahr lag das Papier allerdings weiterhin rund 22 Prozent im Minus. Innerhalb von zwölf Monaten verlor es mehr als 55 Prozent seines Werts.

Bumble setzt künftig stärker auf KI

Die neue Nachrichtenregel ist nicht die einzige große Änderung. Gründerin und CEO Whitney Wolfe Herd will Bumble stärker auf Begegnungen im echten Leben ausrichten. Dabei sollen Treffen in Gruppen künftig eine größere Rolle spielen. Mit „Plans“ ist zudem eine eigenständige App für Veranstaltungen und gemeinsame Aktivitäten geplant.

Parallel setzt Bumble verstärkt auf künstliche Intelligenz. Der KI-Assistent „Bee“ soll im Hintergrund dabei helfen, die Nutzung der App zu verbessern. Wolfe Herd betonte allerdings, dass Bee das klassische Swipen nicht ersetzen soll.

An einem Nachfolger für das bekannte Swipe-Prinzip arbeitet Bumble dennoch. Details hält das Unternehmen aus Wettbewerbsgründen noch zurück. Das neue Modell soll schneller zu direkten Interaktionen und besseren Matches führen.

Weitere größere Neuerungen bei Profilen, Onboarding und realen Treffen sind für Anfang 2027 geplant. Auch die kostenlose Nutzung soll attraktiver werden. Zusätzlich arbeitet Bumble an einfacheren Abos und einer neuen Premium-Stufe für Singles, die gezielt nach einer ernsthaften Beziehung suchen.

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