US-Konzern: voest verkauft Traditionstochter
- Hintergründe zum Böhler-Profil-Verkauf durch voestalpine
- Kadant Inc.: Der neue Eigentümer aus den USA
- Stimmen aus dem Konzern: Eibensteiner und Nöbauer zum Deal
- voestalpine: Abschluss der großen Portfoliobereinigung
Der Linzer Stahl- und Technologiekonzern Voestalpine verkauft seine Tochtergesellschaft Böhler Profil an den US-Technologiekonzern Kadant Inc. Trotz stabiler Gewinne passt der Spezialist für Profilstahl nicht mehr in die langfristige Kernstrategie der Linzer. Die rund 150 Arbeitsplätze am Standort Bruckbach sollen unter dem neuen Eigentümer gesichert bleiben.
Hintergründe zum Böhler-Profil-Verkauf durch voestalpine
Die voestalpine-Tochter Böhler Profil mit Sitz in Bruckbach (Gemeinde Sonntagberg) ist ein Urgestein der Firmensparte "High Performance Metals Division". Mit 150 Mitarbeitern und einem Umsatz von 51,5 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2024/25 steht das Unternehmen wirtschaftlich solide da. Dennoch fiel die Entscheidung zur Trennung.
„Im Rahmen der Neuorganisation der High Performance Metals Division wurde sichtbar, dass die voestalpine Böhler Profil aufgrund ihrer Struktur, Vertriebskanäle und Prozesse nicht mehr länger ein strategisches Kerngeschäft des voestalpine-Konzerns darstellt“, begründet Herbert Eibensteiner, CEO der voestalpine AG, den Schritt. Der Verkaufsvertrag wurde am 29. Jänner 2026 unterzeichnet.
Kadant Inc.: Der neue Eigentümer aus den USA
Mit Kadant Inc. übernimmt ein börsennotierter US-Konzern aus Massachusetts das Ruder. Das Unternehmen ist auf technische Systeme für nachhaltige Industrieprozesse spezialisiert und beschäftigt weltweit rund 3.900 Mitarbeiter. Über den exakten Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Wichtig für die Region: Für die Belegschaft in Niederösterreich soll sich nichts ändern. Laut Konzernangaben bleiben sämtliche Arbeitsverhältnisse bestehen – eine Bedingung, die in den Verhandlungen mit den Amerikanern zentral war.
Stimmen aus dem Konzern: Eibensteiner und Nöbauer zum Deal
Laut voestalpine-Chef Herbert Eibensteiner ist der Käufer kein Unbekannter. Kadant habe „bereits mehrfach Interesse am Unternehmen gezeigt“. Der neue Eigentümer sei zudem „von der Expertise der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie von den Fertigungstechnologien und -kapazitäten beeindruckt“.
Auch Divisions-Vorstand Reinhard Nöbauer unterstreicht die Qualität der Tochter: „Die voestalpine Böhler Profil ist profitabel und hat in der Vergangenheit solide Ergebnisse erwirtschaftet. Kadant Inc. übernimmt ein gut positioniertes Unternehmen und hat ein großes Interesse signalisiert, das Unternehmen und sein Portfolio weiterzuentwickeln.“
voestalpine: Abschluss der großen Portfoliobereinigung
Der Böhler-Profil-Verkauf markiert das Ende einer intensiven Umbauphase. Zuvor hatte sich die voestalpine bereits von Buderus Edelstahl getrennt und Standorte weltweit konsolidiert. Laut Reinhard Nöbauer ist die Portfoliobereinigung nun „im Wesentlichen abgeschlossen“.
An der finanziellen Prognose für das laufende Geschäftsjahr ändert der Verkauf nichts: Die voestalpine erwartet weiterhin ein EBITDA (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen Anm.) zwischen 1,4 und 1,55 Milliarden Euro. Der endgültige Abschluss der Transaktion wird bis Ende März 2026 erwartet.