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Blitzeis legt den Flughafen Berlin BER lahm.
Stillstand am Flughafen Berlin: Keine Starts wegen Eisregen.
Stillstand am Flughafen Berlin: Keine Starts wegen Eisregen.
APA-Images / dpa / Carsten Koall

BER stillgelegt: Blitzeis trifft Flughafen Berlin

06.02.2026 um 08:58, Weekend Redaktion
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Der Flughafen Berlin steht still: Am BER verhindern Blitzeis und Eisregen Starts und Landungen. Hunderte Fluggäste sind betroffen.

Am Freitagmorgen stand der Flugbetrieb am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) in Schönefeld vollständig still. Blitzeis und anhaltender Eisregen machten Starts und Landungen unmöglich, der Betrieb wurde zum Schutz von Passagieren und Mitarbeitenden vorübergehend eingestellt.

Aktueller Stillstand am BER

Am Morgen waren am BER keine Flugbewegungen möglich. Start- und Landebahnen sowie Rollwege waren durch Blitzeis extrem rutschig, ein sicheres Enteisen der Maschinen war zeitweise nicht mehr gewährleistet. Der Winterwettereinfluss führte dazu, dass zunächst keine Flugzeuge starteten und auch Landungen unterbrochen wurden. Eine Sprecherin des Flughafens teilte mit, dass aufgrund von Blitzeis und anhaltendem Eisregen aktuell keine Starts und Landungen am BER möglich seien.

Ablauf der Einschränkungen seit Donnerstag

Bereits am Donnerstagmorgen mussten am Hauptstadtflughafen wegen schnell gefrierenden Regens alle Starts gestoppt werden, während Landungen zunächst noch zugelassen waren. Im Laufe des Vormittags verlängerten sich die Bodenzeiten deutlich, weil das Enteisen der Flugzeuge jeweils bis zu 1 Stunde dauerte. Der erste Flieger hob erst gegen 11 Uhr ab.

Von 180 geplanten Starts wurden bis Donnerstagmittag 35 Verbindungen komplett gestrichen, bevor später auch Landungen eingestellt wurden. Bis zum Abend kam es zu erheblichen Verzögerungen und zahlreichen Ausfällen im Flugplan, Fluggäste mussten zum Teil lange Wartezeiten in den Terminals in Kauf nehmen.

Am Donnerstagabend bildeten sich auf den Landebahnen schließlich glatte Eisschichten, sodass der Betrieb am BER gegen 19.30 bis 20 Uhr vollständig eingestellt wurde. Seither startete und landete zunächst kein Flugzeug mehr, der Flugbetrieb war bis Freitagfrüh ausgesetzt.

Folgen für Fluggäste und Flugplan

Die Wetterlage wirkte sich deutlich auf den Flugplan aus. Neben den gestrichenen Starts am Donnerstag fielen bis zum Abend bereits mehrere Dutzend Flüge aus. Eine Maschine mit Ziel Berlin wurde nach Frankfurt umgeleitet, 6 Flüge aus Frankfurt nach Berlin wurden annulliert. Viele Reisende mussten sich auf Verspätungen, Ausfälle und Umbuchungen einstellen und warteten am Freitagmorgen am BER auf die Wiederaufnahme des Betriebs.

Der Flughafen empfahl Fluggästen, die am Freitag vom BER abfliegen wollten, den Status ihrer Verbindung vor der Anreise direkt bei den Airlines, über die Online-Abflug- und Ankunftstafeln des BER oder über die offiziellen Social-Media-Kanäle zu prüfen. Maßgeblich für Passagiere war die Information der jeweiligen Fluggesellschaft, da diese entschied, ob ein Flug gestrichen wurde oder wann ein Ersatzstart geplant war.

Betriebliche Rahmenbedingungen am Flughafen

Der Flughafenbetrieb war besonders durch Eisregen beeinträchtigt, der im Unterschied zu Schnee und normalem Eis als besonders gefährlich gilt. Der Winterdienst der Flughafengesellschaft behandelte die Flugbetriebsflächen in der Nacht zum Freitag durchgehend mit Enteisungsmitteln, konnte jedoch nicht verhindern, dass die Flächen spiegelglatt blieben. Parallel galt ab Mitternacht das reguläre Nachtflugverbot am BER, in dieser Zeit durften ohnehin keine Linienflüge starten oder landen.

Regionale Wetterlage und Gefahren

Die Wetterlage blieb am Freitagmorgen vor allem im Nordosten Deutschlands heikel. Überfrierender Regen, Glatteis und Nebel sorgten auch in Berlin und Brandenburg stellenweise für gefährlich rutschige Straßen und Wege. Der Deutsche Wetterdienst warnte vor extremer Glätte durch gefrierenden Sprühregen bis in den späten Vormittag oder Mittag, in vielen Regionen wurde zusätzlich dichter Nebel mit teils sehr geringen Sichtweiten gemeldet.

Im weiteren Verlauf des Freitags erwarteten Meteorologinnen und Meteorologen eine allmähliche Entspannung der Glatteislage im Nordosten, während im Süden und Westen mildere Luftmassen einsetzten. Für den Freitagabend wurde jedoch gebietsweise erneut gefrierender Sprühregen prognostiziert, in der Nacht zum Samstag drohten abermals Glätte durch überfrierende Nässe und Nebel mit Sichtweiten unter 150 Metern. Im brandenburgischen Buschow verletzte sich in der Nacht ein 27-Jähriger lebensgefährlich, als er auf einer vereisten Treppe ausrutschte und mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht wurde.

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