Benko Stiftung: 16 Millionen Euro in Schließfächern – Gericht prüft Zugriff
- Benko-Schließfächer unter Aufsicht geöffnet
- Ingbe-Stiftung im Fokus der Gläubiger
- Gericht entscheidet über Millionenvermögen
- Millionenflüsse werfen neue Fragen auf
Im Insolvenzkomplex rund um die Benko Stiftung rücken Vermögenswerte in Liechtenstein in den Fokus. In zwei Schließfächern wurden rund 16 Millionen Euro an Gold und Bargeld im Zuge einer Öffnung unter notarieller Aufsicht offengelegt und bestätigt. Der Großteil entfällt auf Goldbarren im Wert von etwa 14 Millionen Euro, ergänzt durch Bargeld in US-Dollar und Schweizer Franken. Nach Angaben der Stiftung handelt es sich dabei um bereits bekannte und in den Jahresabschlüssen ausgewiesene Vermögenswerte.
Benko-Schließfächer unter Aufsicht geöffnet
Die Öffnung der Schließfächer erfolgte auf Basis eines gemeinsamen Antrags der Ingbe-Stiftung und des Insolvenzverwalters Andreas Grabenweger. Die Maßnahme wurde im Zuge dieses gemeinsamen Antrags zur formellen Feststellung der Vermögenswerte unter notarieller Aufsicht durchgeführt.
Die Stiftung betont, dass die Vermögenswerte nicht verborgen gewesen seien. Die Schließfächer seien bekannt gewesen, zudem seien Gold- und Bargeldbestände in den Jahresabschlüssen der Stiftung ausgewiesen worden. „Alles war immer in den Bilanzen aufgelistet“, heißt es von der Benko-Seite.
Ingbe-Stiftung im Fokus der Gläubiger
Zentral ist die Frage, wem die Vermögenswerte rechtlich zuzuordnen sind. Konkret geht es um die Ingbe-Stiftung, die 2014 von René Benko gemeinsam mit seiner Mutter gegründet worden ist. Als Begünstigte gelten vor allem Familienmitglieder, nicht jedoch Benko selbst. Genau dieser Umstand ist entscheidend dafür, ob das Vermögen in die Insolvenzmasse einfließen kann.
Die Benko-Seite argumentiert entsprechend, dass kein Zugriff der Gläubiger möglich sei.
Gericht entscheidet über Millionenvermögen
Laut aktueller Darstellung der Stiftung handelt es sich bei den Vermögenswerten um bereits bekannte und dokumentierte Bestände, deren rechtliche Zuordnung nun geprüft wird.
Ein Gericht in Liechtenstein muss nun klären, wer Zugriff auf die Millionen aus der Benko-Stiftung erhält. Bis zu einer Entscheidung bleibt das Vermögen gesichert und liegt derzeit auf einem Depot der Stiftung. Bereits zuvor sind Vermögenswerte in Höhe von rund 50 Millionen Euro eingefroren worden. Eine Entscheidung wird in den kommenden Wochen erwartet.
Millionenflüsse werfen neue Fragen auf
Zusätzlichen Druck erzeugen Berichte über Geldflüsse in die Stiftung. Demnach sollen laut Medienberichten zwischen 2017 und 2023 rund 100 Millionen Euro aus Signa-Gesellschaften in die Ingbe-Stiftung transferiert worden sein. Teile davon sind als Dividenden geflossen, andere über Aktienkäufe.
Anmerkung der Redaktion
In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, dass das Schließfach auf Anordnung des Insolvenzverwalters geöffnet worden und darin Goldbarren "entdeckt" worden seien. Tatsächlich handelte es sich um einen gemeinsamen Antrag mit der Stiftung. Die Vermögenswerte wurden bereits zuvor ausgewiesen und im Zuge der Öffnung notariell bestätigt. Dieser Artikel wurde zuletzt am 30.04.2026, 17.53 Uhr überarbeitet und aktualisiert.