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Bauernregeln beruhen auf überlieferten Natur- und Wetterbeobachtungen.
Bauernregel: Meteorologisch sind solche Regeln nur eingeschränkt auf heutiges Wetter übertragbar.
Bauernregel: Meteorologisch sind solche Regeln nur eingeschränkt auf heutiges Wetter übertragbar.
OLGA ZHUKAVA/Shutterstock.com

Bauernregeln im September: Was wirklich dahintersteckt

10.09.2026 um 09:46, Yunus Emre Kurt
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Nebel, Sonne oder Regen: Bauernregeln wollen im September verraten, wie Herbst und Winter werden. So viel Wahrheit steckt wirklich dahinter.

Wie wird der Herbst, und bringt der kommende Winter besonders viel Schnee? Schon lange vor modernen Wettermodellen versuchten Bauern, solche Fragen mithilfe von Naturbeobachtungen zu beantworten. Daraus entstanden zahlreiche Bauernregeln, die über Generationen weitergegeben wurden. Gerade der September kennt besonders viele davon. Einige orientieren sich an Nebel, Regen oder Sonnenschein, andere sind an bestimmte kirchliche Lostage gebunden.

Woher Bauernregeln kommen

Bauernregeln entstanden zu einer Zeit, in der es weder Satellitenbilder noch detaillierte Wetterprognosen gab. Landwirte beobachteten deshalb über Jahre und Jahrzehnte hinweg wiederkehrende Wetterlagen und versuchten daraus Rückschlüsse auf Aussaat, Ernte und die kommenden Jahreszeiten zu ziehen.

Viele dieser Beobachtungen wurden in kurze Reime verpackt, damit sie leichter weitergegeben werden konnten. Kirchliche Feiertage und Namenstage dienten dabei häufig als zeitliche Orientierung. Solche Tage werden bis heute als Lostage bezeichnet.

Diese Lostage gibt es im September

Bereits der Monatsbeginn ist reich an traditionellen Wetterweisheiten. Zum Ägidiustag am 1. September heißt es etwa sinngemäß, dass das Wetter dieses Tages für mehrere Wochen anhalten könne.

Ähnlich klingt eine bekannte Regel zum Magnustag am 6. September: „Wie das Wetter am Magnustag, so es vier Wochen bleiben mag.“ Einen Tag später folgt St. Regine. Ist es am 7. September warm und sonnig, soll laut Überlieferung auch die folgende Zeit freundlich bleiben.

Auch Mariä Geburt am 8. September spielt eine Rolle. Bleibt es an diesem Tag trocken, soll dies laut Bauernregel ein gutes Zeichen für die Landwirtschaft sein. Für den 11. September wiederum lautet eine bekannte Regel: „Wenn’s an Protus nicht nässt, ein dürrer Herbst sich sehen lässt.“

Was Nebel über den Winter verraten soll

Nicht alle Bauernregeln sind an bestimmte Tage gebunden. Eine besonders bekannte September-Regel beschäftigt sich mit Nebel. Demnach soll häufiger Nebel über Tälern und Höhen ein Hinweis auf einen schneereichen Winter sein.

Eine weitere Überlieferung lautet, dass viele Eicheln im September auf viel Schnee im Dezember hindeuten. Auch Gewitter, Wind und besonders warme oder trockene Phasen wurden traditionell als mögliche Hinweise auf die kommenden Monate interpretiert.

Gerade im österreichischen Alpenraum entstanden viele solcher Regeln aus sehr lokalen Erfahrungen. Wetterlagen können sich zwischen Tälern, Bergen und dem Flachland stark unterscheiden.

Wie zuverlässig Bauernregeln wirklich sind

Aus meteorologischer Sicht sind Bauernregeln deshalb mit Vorsicht zu betrachten. Sie basieren zwar häufig auf echten Beobachtungen, lassen sich aber nicht ohne Weiteres auf ganz Österreich oder auf heutige Klimaverhältnisse übertragen.

Hinzu kommt die Kalenderreform von 1582. Damals wurden zehn Tage aus dem Kalender gestrichen, wodurch sich manche historischen Lostage gegenüber den ursprünglichen Naturbeobachtungen verschoben haben.

Dennoch steckt hinter manchen Regeln ein nachvollziehbarer Kern. Bestimmte Großwetterlagen können sich tatsächlich über mehrere Tage oder sogar Wochen halten. Eine einzelne Wetterbeobachtung an einem bestimmten Tag erlaubt allerdings keine sichere Vorhersage für den gesamten Herbst oder Winter.

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