AT&S-Aktie im KI-Boom: Rekordzahlen und Kursplus
- Rekordquartal dank KI-Boom: AT&S verdoppelt Gewinn
- Kursziel-Senkung trotz „Buy“-Empfehlung der Deutschen Bank
- Technologische Neuausrichtung und geopolitische Strategie
Die AT&S-Aktie surft weiter auf einer beispiellosen Erfolgswelle: Der steirische Leiterplatten- und Substrathersteller profitiert massiv vom weltweiten KI-Boom und liefert historisch starke Kennzahlen. Trotz eines immensen Plus beim Umsatz und einem beeindruckenden Gewinnsprung zeigt sich der Aktienkurs nach den jüngsten Zahlen jedoch extrem volatil – Analysten sehen aber weiterhin enormes Potenzial.
Rekordquartal dank KI-Boom: AT&S verdoppelt Gewinn
Der ATX-Konzern aus Leoben-Hinterberg präsentierte für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 historische Rekordwerte. Dank der rasant steigenden Nachfrage nach High-End-IC-Substraten für KI-Rechenzentren kletterte der währungsbereinigte Quartalsumsatz um 52 Prozent auf 681,9 Millionen Euro. Unterm Strich drehte das Ergebnis im Halbjahr von einem Vorjahresverlust auf einen Nettogewinn von 166,2 Millionen Euro. CEO Michael Mertin betonte, dass der Bau weltweiter Rechenzentren für Giganten wie Microsoft, Amazon oder Google „erst die Spitze des Eisbergs“ sei.
Kursziel-Senkung trotz „Buy“-Empfehlung der Deutschen Bank
Trotz der operativen Glanzleistung sorgte eine Analyse von Deutsche Bank Research für Aufsehen an den Märkten. Die Experten reduzierten das Kursziel für die AT&S-Aktie deutlich von 380 auf 220 Euro, behielten die Einstufung aber klar auf „Buy“. Am Markt führte der internationale Verkaufsdruck bei Halbleiterwerten am Donnerstag zu einer spürbaren Korrektur von 15,6 Prozent auf rund 110,40 Euro. Dennoch steht die Aktie seit Jahresbeginn im Zuge des KI-Rückenwinds mit über 240 Prozent im Plus.
Technologische Neuausrichtung und geopolitische Strategie
Neben dem Kerngeschäft mit Hochleistungsrechnern baut AT&S das Rüstungssegment („Defense“) aus, das bis 2030 rund 50 Millionen Euro jährlich einbringen soll. Um die enorme Nachfrage abzudecken, expandiert der Konzern am Standort Kulim in Malaysia und setzt auf langfristige, fünfjährige Abnahmeverträge mit Partnern wie AMD oder Marvell. Auf geopolitische Spannungen reagiert das Management mit einer klaren „Local for Local“-Strategie, da eine Abkopplung Chinas für die weltweite Computerindustrie schlicht unmöglich sei.