"Bevölkerungsaustausch": Rechtsextremer Angriff auf Ute Bock Haus

Sonntagmorgen ist die Wiener Flüchtlingsunterkunft von Rechtsextremen gestürmt worden.
Autor: Stefanie Hermann, 25.04.2022 um 07:08 Uhr

Sonntagmorgen fand ein rechtsextremer Angriff auf die Wiener Flüchtlingsunterkunft statt. Die etwa 20 Mann starke Gruppierung hat das Dach gestürmt, Pyrotechnik entzündet und den Eingang blockiert. Über das Nachbarhaus ist die Gruppierung "Patrioten in Bewegung" auf das Dach des Ute Bock Haus gelangt. Dort hat sie ein riesiges Transparent entrollt. Zudem wurde der Eingangsbereich des Hauses mit einem Zaun blockiert. Circa 20 unbekannte Männer waren zugegen, skandierten rassistische Äußerungen und entzündeten Rauchbomben auf dem Dach und vor dem Eingang. Es wurden weiterhin Zettel mit kruden Forderungen auf die Straße geworfen.

"Bevölkerungsaustausch"

Die Forderungen der Gruppierung sind erwartungsgemäß krude. Verlangt wird unter anderem die Schließung der österreichischen Außengrenzen sowie von staatlichen und privaten Einrichtungen, die "für den Bevölkerungsaustausch mitverantwortlich sind".

Flüchtlinge aus der Ukraine

„Wir verurteilen diesen rassistischen Angriff aufs Schärfste! Im Ute Bock Haus leben über 90 Menschen, Kinder, Frauen und Männer, die in Österreich Schutz suchen. Viele von ihnen haben traumatische Dinge erlebt. Darunter auch Bewohner*innen aus der Ukraine, die gerade erst den Krieg hinter sich gelassen haben. Als Gesellschaft ist es unsere Pflicht, diesen Menschen Schutz zu bieten und sie werden mit diesem Hass konfrontiert. Das ist eine Schande!“, so Gerd Trimmal, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des Flüchtlingsprojekts Ute Bock.

Einsatzkräfte schreiten ein

Polizei und Feuerwehr waren sofort zur Stelle, um das Transparent vom Dach des Hauses zu entfernen. Das Haus wurde außerdem zur Sicherheit auf explosives Material untersucht. Es konnte Entwarnung gegeben werden.