Wiener halten Wein die Treue

Geschlossenen Gastronomiebetriebe, kaum Hotellerie, keine Kongressgäste – aber weinselige Wiener: Die letzten Monate sind auch bei den Winzern nicht spurlos vorübergegangen. Doch mach Hauer scheint mit einem weinenden Auge davongekommen zu sein. Auch die sechs Vertreter der WienWein-Gruppe ziehen beim ersten Presseevent nach dem langen Lockdown eine gemischte erste Pandemiebilanz – und blicken optimistisch auf die nächste Ernte, die wetterbedingt wohl einen fruchtigen Jahrgang erwarten lässt.

Heurigenbesuch

Top-Weine, fruchtiges Tröpferl

Was die Winzer und das vinophile Publikum wohl besonders freut: Auch die hohen Qualitäten aus 2019 und 2020 sind nach der Pandemie-Pause noch in größeren Mengen verfügbar. Ein Glück für die Spitzengastronomie, die wieder ordert – und auch für die Wiener, die endlich wieder bei ihrem Heurigen einkehren wollen.

Was den Produzenten weniger schmeckt: Das Umsatz-Minus von März 2020 auf März 2021, das der neue WienWein-Obmann Rainer Christ mit rund 25 Prozent beziffert. Dennoch sei man mit einem blauen Auge durch die Pandemie gekommen, wie die Runde der Winzer bestätigt.

Die WienWein-Winzer im Museumsquartier

Eine große Hilfe seien die Wiener gewesen, die von Tag X weg bestellt – und zuhause im trauten Kreis konsumiert hätten. Damit die ein, zwei Flascherl für den Fernsehabend auch immer greifbereit waren, mussten auch die Lieferkette neu gezogen werden.

Digitale Reifung

Eine Herausforderung für die Bauern, die die Digitalisierung im Eiltempo eingeholt habe, wie die Winzerfreunde bestätigen. Herausgekommen sind herausgeputzte Webshops und aufgefrischte Online-Portale. Auch der Ab-Hof-Verkauf und Weinautomaten erlebte einen weiteren Boom.

Wiener lassen Winzer nicht untergehen

Engagement und Eigeninitiative tragen bereits Früchte: In Summe wurden in den Krisenmonaten in der Region rund 30 Prozent mehr verschickt oder direkt verkauft.  Thomas Podsednik: „Der Wiener Wein und die Wiener Bevölkerung sind ein gutes Team. Damit möchten wir uns auch endlich mal bedanken.“

Autor: Rudolf Grüner, 11.06.2021