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Frau im dunklen Blazer vor einem Flugzeug
Annette Mann, CEO Austrian Airlines
Annette Mann, CEO Austrian Airlines
Austrian Airlines

Austrian Airlines schreibt weiter schwarze Zahlen

06.03.2026 um 10:11, Weekend Redaktion
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Geschäftsjahr '25: Trotz guter operativer Leistung bleibt die Gewinnmarge unter dem Europa-Schnitt. Heuer wird in Flotte und Destinationen investiert.

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Austrian Airlines hat das Geschäftsjahr 2025 solide abgeschlossen, wie AUA-CEO Annette Mann erklärt. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um rund drei Prozent auf 2,541 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (Adjusted EBIT) lag bei 81 Millionen Euro, was einer Marge von 3,2 Prozent entspricht, wie das Unternehmen heute bekanntgegeben hat. 

Damit bleibt die Airline zwar profitabel, liegt jedoch weiterhin deutlich unter dem von der International Air Transport Association (IATA) prognostizierten europäischen Durchschnitt von rund 6,8 Prozent. CEO Annette Mann betont daher die Notwendigkeit besserer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen für den Luftverkehrsstandort Österreich.

Operativ sieht sich die Lufthansa-Tochter dennoch gut aufgestellt. Austrian Airlines bewege sich im europäischen Vergleich im Spitzenfeld und arbeite gleichzeitig daran, interne Strukturen effizienter zu gestalten.

Wir arbeiten weiterhin permanent daran, unsere eigenen Strukturen effizienter zu machen. Gleichzeitig fokussieren wir uns auf die Gestaltung eines wettbewerbsfähigen Luftfahrtstandortes.

Annette Mann, CEO Austrian Airlines

15 Millionen Passagiere, starke operative Kennzahlen

Im Jahr 2025 beförderte Austrian Airlines rund 15 Millionen Fluggäste. Gleichzeitig konnte das Unternehmen mehrere operative Kennzahlen verbessern. Die Auslastung der Flüge lag bei 81,6 Prozent und damit leicht über dem Wert des Vorjahres. Insgesamt wurden 99,3 Prozent der Flüge planmäßig durchgeführt.

Besonders stark entwickelte sich die Pünktlichkeit: Austrian Airlines wurde 2025 zur drittpünktlichsten Airline Europas. Auch bei der Kundenzufriedenheit konnte die Fluggesellschaft zulegen.

Großinvestitionen in Flotte und Infrastruktur

Parallel zum operativen Geschäft investiert Austrian Airlines gemeinsam mit der Lufthansa Group weiter in den Standort Wien. Am Flughafen Wien entstehen derzeit 5.000 Quadratmeter neue Loungeflächen, die gemeinsam mit der Terminalerweiterung im Jahr 2027 eröffnet werden sollen.

Auch das Produktangebot für Passagiere soll laut dem Unternehmen weiterentwickelt werden. So arbeitet die Airline an einer Erweiterung der Premium Economy Class, die ab dem kommenden Winter umgesetzt werden soll. Für 2027, dem 70-jährigen Jubiläum der Airline, sind außerdem neue Uniformen geplant.

Flottenmodernisierung mit Boeing Dreamliner

Die größten Investitionen betreffen jedoch die Flotte. Der 2024 gestartete Rollover der Langstreckenflotte wird 2026 fortgesetzt. Nach zwei bereits ausgelieferten Maschinen sollen drei weitere Boeing 787-9 Dreamliner im Laufe des Jahres zur Flotte stoßen. Der dritte Dreamliner soll ab 1. Juni 2026 im Linienbetrieb eingesetzt werden, zunächst vor allem auf der Strecke Wien–Newark.

Langfristig  plant Austrian Airlines eine Flotte von insgesamt zwölf Dreamlinern. Gleichzeitig werden ältere Flugzeuge, darunter Boeing 767 und Boeing 777, schrittweise ausgemustert. Auch auf der Kurz- und Mittelstrecke läuft eine Modernisierung. Die Embraer-Flugzeuge werden ausgeflottet, während die Airbus-Flotte um sechs Airbus A320neo erweitert wird.

Neue Destinationen im Sommerflugplan 2026

Für zusätzliche Impulse soll auch der Flugplan sorgen. Im Sommer 2026 nimmt Austrian Airlines sieben neue Destinationen ins Programm auf. Zu den neuen Zielen zählen unter anderem Ponta Delgada auf den Azoren, Bilbao und Alicante in Spanien, Ohrid in Nordmazedonien sowie Bergen in Norwegen, das als Destination für sogenannte „Coolcations“ beworben wird.

Gefordert: bessere Standortbedingungen

Wir arbeiten intensiv und partnerschaftlich mit der Politik und allen wesentlichen System-Partnern am Standort, um zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln, die auf unsere gemeinsamen Ziele einzahlen und die Wettbewerbsfähigkeit sowie damit die Konnektivität des Standortes weiter zu stärken.

Annette Mann, CEO Austrian Airlines

Trotz stabiler Geschäftszahlen sieht das Unternehmen weiterhin Herausforderungen am Standort Österreich. Die vergleichsweise niedrige Gewinnmarge zeige, dass die Wettbewerbsbedingungen im europäischen Vergleich schwieriger seien, so die Verantwortlichen. 

Austrian Airlines will daher gemeinsam mit Flughafen Wien, Politik und Branchenpartnern an Lösungen arbeiten, um die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandorts langfristig zu stärken.

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