Weihnachtsgeschenk: Keine Tiere unterm Christbaum

Die Tierbetreuerinnen und Tierbetreuer sowie die Tierschutzombudsstelle Wien warnen vor Käufen und illegalen Händlern.
Autor: Rudolf Grüner, 25.11.2022 um 12:03 Uhr

Das Fest der Liebe naht. Und damit die Frage: Was schenke ich heuer? Auf keinen Fall sollte ein Vierbeiner unterm Baum als große Überraschung warten. „Jemandem ungefragt ein Haustier zu schenken, ist keinesfalls eine gute Idee“, sagt Elisabeth Mannsberger, Berufsgruppensprecherin der Tierbetreuer in der Wirtschaftskammer Wien. „Damit tun sie weder dem Beschenkten noch dem Tier etwas Gutes.“ In den meisten Fällen seien die Neo-Besitzer von der großen Verantwortung überfordert. Für die Tiere würde mit dem Heiligen Abend ein Leidensweg beginnen. Viele könnten nicht artgerecht versorgt werden.

Das sollten künftige Tierhalter bedenken

Damit nicht nur nach Weihnachten, sondern ganz grundsätzlich weniger Tiere im Tierheim landen, raten die Wiener Tierbetreuer sich vor allem mit den gesetzlichen Auflagen, etwa dem Wiener Sachkundekurs für Ersthundehalter, zu befassen und auch folgende Fragen zu überdenken: Kann ich mir einen Hund oder eine Katze finanziell leisten? Möchte und kann ich die Zeit investieren, die mit dem Gassigehen oder auch mit der Fellpflege verbunden ist? Habe ich jemanden, der die Urlaubsbetreuung übernimmt?

Illegale Lockangebote

Weihnachten ist auch eine Hochzeit für den illegalen Welpenhandel, informiert die Expertin. Wer sich für ein Tier entscheidet, sollte aber auf keinen Fall den lockenden Angeboten im Internet nachgeben. Verboten ist auch der Kauf auf der Straße, auf Parkplätzen oder Hinterhöfen. Wer hier zuschlägt, unterstütze die sogenannten „Vermehrerzuchten“, in denen meist katastrophale Zustände herrschten, so Mannsberger.

Mitleid als falscher Ratgeber

Solche Tiere sollten auch nicht aus einem Gefühl des Mitleids heraus ins Haus geholt werden, betonen auch die Betreuer der Tierschutzombudsstelle Wien. Viele dieser Vierbeiner seien meist mangelhaft erzogen und tiermedizinisch nur schlecht versorgt worden und würden oft Verhaltensstörungen und Krankheiten aufweisen. In der Folge entstünden dann, neben dem eigentlichen Tierleid, auch hohe Tierarztkosten für das neue Herrchen beziehungsweise Frauchen.