Millionenpleite in Wien: Thomson-Vertrieb ist pleite
Die in Wien ansässige StreamView GmbH hat am Montag am Handelsgericht Wien die Eröffnung eines Konkursverfahrens beantragt. Das Unternehmen, das als zentraler Vertriebspartner für Smart-TVs der Marke Thomson in Europa fungiert, steht laut KSV1870 und AKV vor einer massiven Insolvenz mit Verbindlichkeiten in Millionenhöhe.
Die Fakten zur Insolvenz: 36,6 Millionen Euro Passiva
Die finanzielle Lage der Wiener StreamView GmbH ist prekär. Laut Insolvenzantrag belaufen sich die Verbindlichkeiten im Liquidationsfall auf rund 36,6 Millionen Euro. Davon entfallen etwa 32,2 Millionen Euro auf den Status zu Liquidationswerten, ergänzt um rund 4 Millionen Euro an Zusatzpassiva für Dienstnehmer- und Vertragsbeendigungskosten. Von der Pleite sind rund 800 Gläubiger sowie 35 Dienstnehmer betroffen, wobei der Großteil der Belegschaft am Standort in Wien beschäftigt ist.
Das Geschäftsmodell: Thomson-Vertrieb für ganz Europa
Die 2019 gegründete StreamView GmbH agiert nicht als Hersteller, sondern als spezialisierter Marken- und Vertriebspartner. Das Kerngeschäft umfasst den strategischen Vertrieb von gebrandeten Smart-TV-Geräten, insbesondere der Traditionsmarke Thomson. Über ein weit verzweigtes Netz an Tochtergesellschaften – von Frankreich über Italien bis hin nach Hongkong – steuerte die Wiener Zentrale den Absatz der in China produzierten Geräte in internationalen Märkten.
Ursachen der Pleite: Bruch mit chinesischem Partner
Als Hauptgrund für die Insolvenz gibt das Unternehmen den Zusammenbruch der Zusammenarbeit mit dem chinesischen Hauptlieferanten und Finanzierungspartner, der Express Luck-Gruppe, an. „Warenbestellungen wurden nur mehr verzögert angenommen, die Belieferung von der Bezahlung offener Forderungen abhängig gemacht“, berichtet die Creditreform. Da zudem Gespräche mit potenziellen neuen Investoren scheiterten, verlor die Wiener StreamView GmbH ihre zentrale finanzielle Basis.
Keine Sanierung geplant: StreamView soll geschlossen werden
Anders als bei vielen Sanierungsverfahren ist eine langfristige Fortführung des Betriebs aktuell nicht vorgesehen. Laut AKV ist das Ziel eine zeitlich begrenzte Fortführung zur Optimierung der Verwertungserlöse, gefolgt von der endgültigen Schließung des Unternehmens. „Laut eigenen Angaben strebt die Schuldnerin aus heutiger Sicht keine Sanierung ihres Unternehmens an“, bestätigt Alexander Greifeneder vom KSV1870. Gläubiger können ihre Forderungen ab sofort über die Gläubigerschutzverbände anmelden.