Entzückend: Seltener Nachwuchs im Zoo Schönbrunn
- Die ersten Schritte ins Leben
- Wertvoller Beitrag zum Artenschutz
- Eine bedrohte Schönheit
- Hoffnung für die Zukunft
Im Tiergarten Schönbrunn hat es erstmals seit 2018 wieder Nachwuchs bei den stark gefährdeten Amurleoparden gegeben. Nach der Aufhebung eines europaweiten Zuchtstopps brachte Weibchen Ida Anfang November ein gesundes männliches Jungtier zur Welt.
Amurleopard-Baby wagt erste Schritte
„Der kleine männliche Leopard wurde Anfang November in einer Wurfhöhle geboren. In dieser hat das Jungtier gut versteckt die ersten Lebenswochen verbracht. Denn wie alle Großkatzen sind Amurleoparden Nesthocker. Die Jungtiere kommen blind zur Welt und müssen erst entsprechend wachsen und sich weiterentwickeln“, erklärt Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck.
Mittlerweile zeigt sich der junge Leopard regelmäßig in der Außenanlage. Besucherinnen und Besucher können beobachten, wie er neugierig seine Umgebung erkundet oder spielerisch an seiner Mutter Ida schnuppert.
Wertvoller Beitrag zum Artenschutz
Amurleoparden gehören zu den seltensten Großkatzen der Welt. In freier Wildbahn leben schätzungsweise nur mehr rund 120 Tiere. Hauptsächlich sind sie im Leopardovy-Nationalpark im Osten Russlands zu finden, einige wenige auch im Nordosten Chinas.
„Gemeinsam mit anderen Tiergärten engagieren wir uns seit 2016 im Rahmen eines Europäischen Erhaltungszuchtprogramms dafür, diese Art zu erhalten. Doch Nachwuchs ist sehr selten“, so Kurator Rupert Kainradl, MSc. „Im vergangenen Jahr wurden in den 30 Institutionen des Europäischen Zooverbands, die diese Art halten, nur sieben Jungtiere in vier Einrichtungen geboren. Umso wertvoller ist unser Nachwuchs hier im Tiergarten.“
Amurleopard: Bedrohte Schönheit
Der Amurleopard ist eine Unterart des Leoparden, perfekt an kalte Lebensräume angepasst. Sein dichtes, kräftig gezeichnetes Fell schützt ihn vor Frost, sein Körpergewicht kann bis zu 50 Kilogramm erreichen. Lebensraumverlust, Wilderei und unkontrollierter Holzeinschlag haben die Art an den Rand der Ausrottung gebracht. Noch 2007 gab es nur rund 25 Tiere in der Wildbahn. Intensive Schutzmaßnahmen und internationale Zuchtprogramme haben die Zahl wieder langsam steigen lassen.
Schönbrunn gibt Hoffnung für die Zukunft
Das Erhaltungszuchtprogramm umfasst mittlerweile etwa 200 Tiere, Wiederansiedelungen in geschützten Gebieten sind in Planung. Der Wiener Nachwuchs gilt daher als wichtiger Beitrag zum langfristigen Erhalt der Art. Der Tiergarten Schönbrunn hält mit Ida und Piotr aktuell zwei Amurleoparden.