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Vier Gäste stehen vor dem umgebauten Kunst Haus Wien
Kurt Gollowitzer, Gerlinde Riedl, Veronica Kaup-Hasler, Peter Hanke
Kurt Gollowitzer, Gerlinde Riedl, Veronica Kaup-Hasler, Peter Hanke
Christian Mikes

Kunst Haus Wien: Gratis-Eröffnungstage

28.02.2024 um 10:07, Rudolf Grüner
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Das Museum wurde nachhaltig modernisiert. Bis 3. März kann die Hundertwasser-Ausstellung noch bei freiem Eintritt besucht werden.

Umstieg auf erneuerbare Energie, Umgestaltung der Sammlung, Foyer-Erweiterung, barrierefreies interaktives Besuchserlebnis, neues Café: Bei einer Pressekonferenz wurde das neu gestaltete Kunst Haus Wien, das in der Wien Holding angesiedelt ist, der Öffentlichkeit vorgestellt. 

Im Fokus des Umbaus stand neben dem Umstieg von fossiler auf erneuerbare Energieversorgung das Museumserlebnis. Der inhaltliche Schwerpunkt auf Kunst und Ökologie will den Besuchern im Rahmen der erneuerten Dauerausstellung Hundertwasser wie auch im zeitgenössischen Bereich Räume der Inspiration für eine nachhaltige Zukunft bereitstellen. 

Mit viel Feinsinn und im Wissen um seine Bedeutung für die Stadt wurde das erste grüne Museum Österreichs nun klimagerecht modernisiert und setzt damit seine ökologische Vorreiterrolle im Kulturbereich fort.

Finanzstadtrat Peter Hanke

Runderneuerter Auftritt

Erneuert wurde die gesamte Gebäudetechnik. Die Besucherführung hat man optimiert, das Foyer geöffnet. Die Verbesserung der Barrierefreiheit und die neue Ausstellungsarchitektur wurden nach modernsten Museumsstandards und Nachhaltigkeitskriterien umgesetzt, wie es vor Medienvertretern hieß.  Das Raumkonzept stammt vom Büro "Mark&Hamann", das für Foyer und Museumsräume naturnahe Licht- und Gestaltungselemente kreierte. Für das Leitsystem zeichnet die Kreativagentur "Cin Cin" verantwortlich. Beratung in der interaktiven Vermittlung kam vom Büro "Die Ausstellungsmacherinnen".

Mit der nachhaltigen Sanierung des Kunst Haus Wien ist es uns gelungen, die ökologischen Ideen von Friedensreich Hundertwasser nicht nur zu bewahren, sondern sie auch in die Gegenwart zu übertragen.

Wien Holding-GF Kurt Gollowitzer

Die Dauerausstellung 

Den Ideen des Künstlers folgend, wurde die neue Präsentation der weltweit größten Sammlung an Werken Friedensreich Hundertwassers vom Kunst Haus Wien als kuratorisches Gemeinschaftsprojekt angelegt: in Zusammenarbeit mit der Hundertwasser Privatstiftung und unter Einbeziehung des Autors und Kurators Andreas J. Hirsch.

Selten gezeigte Schätze

Die frisch renovierten und offener gestalteten Räumlichkeiten im 1. und 2. Stock zeigen insgesamt 170 Schlüsselwerke von Friedensreich Hundertwasser, darunter 50 Bilder und Leihgaben, die im Kunst Haus Wien noch nie oder schon sehr lange nicht mehr zu sehen waren. Die Ausstellungsdramaturgie bewahrt die schöpferische und gedankliche Eigenständigkeit seines Gründers und setzt auf die unmittelbare Begegnung mit Hundertwassers Werken, die Exponate werden jedoch erstmals von Kontextinformationen begleitet, bei denen die eigenen Worte des Künstlers im Vordergrund stehen.

Die Schau bietet zudem Einblicke in Hundertwassers Wirken für hochaktuelle und für die Arbeit des Kunst Haus Wien essenzielle Anliegen: für einen Friedensschluss zwischen Mensch und Natur, für ein menschen- und naturgerechteres Bauen sowie für weltweiten Frieden. Ein Highlight der Ausstellung ist das neue Modell der „Regentag“ – dem Schiff Hundertwassers, das vom Museum eigens für die Schau in Auftrag gegeben wurde.

Mensch, Kunst, Natur

Inhaltlich verstärkt das Museum mit Start der Klima Biennale Wien ab 5. April seine Auseinandersetzung mit dem vielschichtigen Verhältnis Mensch-Kunst-Natur und den Folgen des globalen ökologischen Wandels. Das zeitgenössische Ausstellungsprogramm beginnt mit "Into the Woods". Annäherungen an das Ökosystem Wald. Die Gruppenausstellung zeigt 16 zeitgenössische künstlerische Positionen, die sich dem Lebensraum Wald, seinen ökologischen Prozessen sowie seinen Bedrohungen widmet. Sechs künstlerische Projekte sind eigens für die Ausstellung entstanden.

Klima Biennale Wien

Mit einer begehbaren Installation im Innenhof des Kunst Haus Wien von Markus Jeschaunig, sowie einer Plakataktion der künstlerischen Arbeit von Oliver Ressler erstreckt sich "Into the Woods" auch in den Außenraum. Die erste Klima Biennale Wien findet von 5. April bis 14. Juli 2024 im Kunst Haus Wien, am Festivalareal Nordwestbahnhof und in mehr als 60 weiteren Locations in ganz Wien statt. Die Ausstellung ist bis 11. August zu sehen.

Ab 5. September 2024 zeigt das Museum die Ausstellung "The End is where we start from" von Anne Duk Hee Jordan. Sie ist ein sinnliches und humorvolles Plädoyer, uns als Teil eines Ökosystems zu verstehen, in dem Gleichwertigkeit der Artenvielfalt herrscht. Jordan macht Lebewesen sichtbar, die oftmals unbeachtet bleiben – Amphibien, Würmer oder Pilze. Die immersive Schau wird eigens für das Kunst Haus Wien entwickelt – multimediale Installationen, Skulpturen, Textilarbeiten und Sound verwandeln die Ausstellungsräume in eine geheimnisvolle Welt voll obskurer Objekte und Kreaturen. Zeitgleich eröffnet im Projektraum Garage die erste institutionelle Einzelausstellung der britischen Künstlerin Emma Talbot in Österreich. Das Werk der 1969 geborenen Künstlerin beschäftigt sich mit der Außenwelt, die unsere innere Welt verstört und erschüttert. Ausgangspunkt sind intuitive Zeichnungen, aus denen sowohl zarte, auf Seide gefertigte Malereien, als auch Skulpturen und filmische Animationen entstehen.

Café unter neuer Leitung

Dem Kunst Haus Wien und der Wien Holding standen für den Umbau ein Gesamtbudget von  3,5 Millionen Euro zur Verfügung, das laut Museum jedenfalls eingehalten wird. 1,5 Millionen Euro wurden in den Umbau Gebäudetechnik investiert, die je zur Hälfte von der Wien Holding und vom Gebäudeeigentümer, der Kunsthaus Wien Liegenschaftsverwertungs & -verwaltungs GmbH, getragen wurden. Der Projektraum Garage wird noch bis Anfang April umgestaltet.

Mit der Wiedereröffnung präsentiert sich auch das Café des Kunst Haus Wien unter neuer Leitung: Die erfahrenen Pächter Daniel Karl und Julia Häußler betreiben bereits das beliebte Café Hildebrandt im Volkskundemuseum Wien und treten mit einem nachhaltigen und lokalen Restaurantkonzept an. 

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