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Außenansicht eines österreichischen Polizeiwagens
Nach dem Mord am Lugeck im Jahr 2018 konnte der Haupt-Verdächtiger nun in Italien festgenommen werden.
Nach dem Mord am Lugeck im Jahr 2018 konnte der Haupt-Verdächtiger nun in Italien festgenommen werden.
SSKH-Pictures/Shutterstock

Mafia-Mord: Verdächtiger in Italien verhaftet

12.05.2026 um 16:08, Marcel Toifl
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Nach einem Mafia-Mord in Wien wurde der Verdächtige in Italien verhaftet. Die Tat am Lugeck war Teil einer blutigen Fehde zwischen verfeindeten Drogen-Clans.

Ein jahrelanger Kriminalfall findet seinen vorläufigen Höhepunkt: Mehr als sieben Jahre nach einem spektakulären Mord in der Innenstadt von Wien ist der Haupt-Verdächtige gefasst worden. Österreichische Zielfahnder konnten den Mann in Italien ausforschen, wo schließlich der Zugriff durch eine Spezialeinheit erfolgte. Hinter der Tat steht eine blutige Fehde, die der organisierten Kriminalität der Mafia am Balkan zugerechnet wird.

Festnahme in Rimini: Internationaler Fahndungserfolg

Am Montagnachmittag, dem 11. Mai 2026, klickten in Rimini an der italienischen Adria-Küste die Handschellen. Eine italienische Spezialeinheit verhaftete den 33-jährigen Montenegriner Mili B. aufgrund eines europäischen Haftbefehls, den die Staatsanwaltschaft Wien erwirkt hatte. Der Mann steht im dringenden Verdacht, am 21. Dezember 2018 gemeinsam mit Mittätern an der Ecke Lugeck/Wollzeile in der Wiener City einen 32-jährigen Landsmann erschossen und dessen Begleiter lebensgefährlich verletzt zu haben.

Hintergründe: Die blutige Fehde zwischen Kavac und Skaljari

Die Tat in Wien war kein isoliertes Ereignis, sondern Teil eines massiven Konflikts innerhalb der montenegrinischen Mafia.

  • Der Auslöser: Ein Streit um 200 Kilogramm Kokain, das 2014 in Spanien verschwunden war.
  • Die Akteure: Der Verdächtiger wird dem Skaljari-Clan zugerechnet, während das Opfer dem rivalisierenden Kavac-Clan angehörte.
  • Die Opferbilanz: Europaweit sollen bereits bis zu 80 Morde auf das Konto dieser Clan-Fehde gehen.

Langwierige Ermittlungen der AG Achilles

Der Erfolg der Festnahme basiert auf der jahrelangen Zusammenarbeit der Ermittlungsgruppe „AG Achilles“, der Zielfahndung des Bundeskriminalamtes und internationalen Partnern wie ENFAST. Der nun in Italien Verhaftete war der Wiener Polizei bereits 2019 ins Netz gegangen, wurde damals jedoch nur wegen falscher Beweisaussage und gefälschter Papiere verurteilt, da seine wahre Identität und die Beteiligung am Mord am Lugeck zu diesem Zeitpunkt noch nicht zweifelsfrei feststanden. Erst durch die Auswertung entschlüsselter Chats mafiöser Kryptohandys konnten die Ermittler die Strukturen und die Beteiligung des 33-Jährigen rekonstruieren.

Die Staatsanwaltschaft Wien hat bereits die offizielle Übergabe des Verdächtigen von Italien nach Österreich beantragt. Er soll sich demnächst in der Justizanstalt Josefstadt für das Verbrechen des Mordes verantworten müssen.

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