Immobilien-Oscars: Wiener Architektur siegt

Dass Wien nicht nur historische, architektonisch wertvolle Schätze zu bieten hat, weiß jeder, der mit offenen Augen durch die Stadt geht. Neben vielen modernen Bausünden wird aber auch nachhaltig gebaut, renoviert und revitalisiert.

Für den FIABCI Prix d’Excellence haben Immobilienprofis erneut 40 bundesweit eingereichte Projekte auf Herz und Nieren geprüft: Welche Wiener Gebäude in Sachen Innovationsgeist und Wirtschaftlichkeit aktuell die Nase vorn haben? Wir haben uns die Sieger angeschaut.

Rondo: Sieger in der Kategorie Wohnen

Das schmucke „Rondo“ im Quartier „Viertel Zwei“ gleich neben dem grünen Prater punktete bei den Preisrichter mit seinem verdichteten Wohnraumkonzept. Gewürdigt wurden auch die individuell gestalteten Freiräume zwischen den Wohneinheiten, die ein hohes Maß an Privatsphäre garantieren würden. Für den Sieg aussschlaggebend war auch die eigene Energieproduktion am Standort sowie die infrstrukturelle Einbettung ins städtische Grätzel.

Award-Sieger in der Kategorie Wohnen

Mariahilfer Straße 182: Sieger in der Kategorie Altbau

Auferstanden aus Ruinen ist der Sieger in der Altbau-Disziplin: Nach einer Gasexplosion war das Haus seit 2014 wieder aufgebaut worden. Gefallen hat der Award-Jury das finale Gesamtpaket, vor allem aber die gegliederte Fassade. Preiswürdig: Die Dämmung mit Hanf und Aerogelputz, die gemeinsam mit der kontrollierten Wohnraumlüftung für eine große Steigerung der Energieeffizienz sorgt. Auch der moderne Dachgeschoßausbau, die Innenhof-Terrassen sowie die Außenbeschattung zeigen, wie innerstädtische Nachverdichtung gut gelingen kann, so die Jury in ihrer Begründung.

Immobilienpreis in der Kategorie Altbau

Buwog-Kunden- und Verwaltungszentrum: Sieger in der Kategorie Gewerbe

Abriss und Neubau an der Zweierlinie lieferten Stoff für viele Schlagzeilen. Der ehemalige Glaspalast an der Zweierlinie, der das Wiener Rechenzentrum beherbt hatte, ist längst Geschichte. Der gläserne Nachfolgebau an seiner Stelle schreibt sie jetzt – findet zumindest die Award-Jury.

Die prominente Lage gleich beim Rathaus und die Wünsche und Anregungen der Bezirksanrainer sorgten für eine eine lange Entwicklungsphase. Daraus resultiert, dass die gewünschte Sichtachse von der Josefstädterstraße zum Stephansdom gesichert werden konnte. Lob gab es für die neue Architektur mit vielen offenen und hellen Flächen, die für eine Aufwertung der Arbeitsumgebung sorgt, aber auch für viele technische Details und das zugestanden Nachhaltigkeitssiegel (ÖGNI-Zertifikat in Gold). Die Jury: „Der aktive Umgang mit den Baumaterialien beim Abbruch und deren nachhaltige Wiederverwendung sollen Vorbildwirkung für Abbruch- und Neubauprojekte haben.“

Buwog-Haus an der Zweierlinie

PhilsPlace: Sieger in der Kategorie Hotel und Serviced Apartments

Eine Landmark der 1960er: Das Philipps-Haus beherrschte viele Jahre die südliche Skyline Wiens. 2013 räumte der Elektrokonzern das Gebäude. Heute herrscht neues Leben im ehemaligen Prestigebau. PhilsPlace steht für ein neues Nutzungskonzept. Darin Platz gefunden haben 135 „hotelähnliche „Vorsorgewohnungen, die tage- oder monatsweise vermietet werden – vollmöbliert versteht sich. Nach dem Umbau des denkmalgeschützten Gebäudes  erfüllt das Haus die aktuellen Standards in Sachen Energieeffizienz, Barrierefreiheit, Brand- und Schallschutz. „Anzuerkennen ist der engagierte Nutzungsmix der Anlage: Serviced Apartments, Gastro, Fitness und Nahversorgung bieten dem Umfeld neue Impulse“, so das Fazit der Juroren.

Preis für das Projekt PhilsPlace am Wienerberg
Autor: Rudolf Grüner, 27.01.2021