Am Naschmarkt: Kebab wird jetzt bio

Kebab-Fleisch von der Stange? Nicht unbedingt ein Garant für Qualität. Kein Hundefutter ist so günstig wie die Massenware, die oft am Stand ums Eck bruzelt, ärgert sich „kebabio“-Stand-Betreiber Murat Oguz. An seiner Naschmarkt-Budel beim Theater an der Wien hat die Mangelware daher definitiv nichts verloren. Bei ihm ist alles bio – vom Fladen bis zum Fleisch.

Bio-Bauern und Bio-Brot

Der herzhafte Kebab-Kern stammt von heimischen Kleinbauern aus dem Norden Niederösterreichs. Die gesunde und tiergerecht gehaltene Alternative steckt in Joseph Brot - einem anderen waschechten Waldviertler. Auch beim Rest der Zutaten kommt nur geprüfte Ware, wenn geht auch saisonal geerntet, in die Bowl oder ins Weckerl – natürlich auch in der vegetarischen Variante.

Fast food: Qualität first

Oguz will damit eine neue Bewegung anstoßen – und auch in der klassischen Kebab-Community den Blick auf gesunde Ernährung lenken. „Es ist uns auch sehr wichtig, der hiesigen Diaspora zu zeigen, dass Kebab nicht nur billig sein muss, um erfolgreich zu sein und wir wollen andere dazu zu bringen, sich mit dem Thema auseinander zu setzten. In Wien und Österreich werden täglich zig Tonnen an Kebab verkauft und man kann als Kunde zu keinem einzigen Stand gehen und ein qualitativ hochwertiges Bio-Produkt kaufen – das muss sich ändern!“

Auszeichnung in Gold

Sein Engagement wurde jetzt belohnt. Seit heute prangt das „Natürlich gut essen“-Logo von OekoBusiness Wien an seinem Stand mit der Nummer 223-228 – und zwar in Gold. Damit ist sichergestellt, dass der Bio-Anteil seiner Ware über 90 Prozent liegt. Kunden können sich darauf verlassen", meint Karin Büchl-Krammerstätter von der Umweltschutz-Abteilung der Stadt Wien beim Nachmarkt-Besuch. Alle ausgezeichneten Partnerbetriebe würden laufend kontrolliert.

Mit dem jünsten Zugang wächst die illustre Runde, die in Sachen Gesundheit, Umweltschutz und Tierwohl bereits g´schmackige Akzente setzt, weiter. Derzeit sind bereits 44 Wiener Gastronomiebetriebe von „Natürlich gut essen“ ausgezeichnet – vom Haubenlokal bis zum Heurigen; davon 28 in Gold, 8 in Silber und 8 in Bronze.

Autor: Rudolf Grüner, 12.08.2021