Talk: Geistiges Eigentum ist Turbo

Das European Brand Institute lud Expertenrunde zum Gedankenaustausch.
Autor: Rudolf Grüner, 23.05.2022 um 09:00 Uhr

Innovation und Nachhaltigkeit sind untrennbar mit den Rechten an geistigem Eigentum verbunden. Wie die globale Wirtschaft, insbesondere starke und wertvolle Marken, von immateriellen Vermögenswerten dominiert wird, wurde beim Sustainable Brand Talk diskutiert, zu dem Gerhard Hrebicek, Präsident European Brand Institute, eingeladen hatte.

Gut fürs Wirtschaftswachstum

Julia Andras (LGP Law Attorneys), Valerie Höllinger (Austrian Standards Institute), Alexander Biach (WKW-Standortanwalt ), Herbert Kovar (Deloitte Tax Österreich) und der Gastgeber gingen dabei der Frage nach, wie Marken und  IP-Rechte Innovation und Wirtschaftswachstum beflügeln und als Sicherheit für alternative Finanzierungformen genutzt werden können. Ebenfalls auf der Agenda standen die Auswirkungen der Tokenisierung auf den Kapitalmarkt.

„Die Bedeutung von geistigen Eigentumsrechten für die Gesellschaft und die Wirtschaft ist in den letzten Jahren immer deutlicher geworden“, so Hrebicek. Geistige Eigentumsrechte wie Marken, Patente, Designs, geografische Angaben und regionale Marken, Urheberrechte, Rezepte und andere stellten dabei sicher, dass Innovationen als lebensverbessernde Produkte und Dienstleistungen auf den Markt gebracht werden.

Standards setzen

„Standards und Innovationen gehen Hand in Hand“, gab Valerie Höllinger zu bedenken. Jeder Standardisierungsprozess sei eine Trendvorschau – es gehe dabei immer um Themen und Technologien der Zukunft. Um am Stand der Technik zu entwickeln, sei die Kenntnis von Standards unumgänglich. „Sie dienen als Sprungbrett und sind Innovationstreiber“, so Höllinger.

Vertrauen schaffen

 „Marken und geistiges Eigentum gehören zu den wichtigsten Vermögenswerten eines Unternehmens“, gab Julia Andras zu bedenken. Eine erfolgreiche Marke schaffe Vertrauen und sichere einen nachhaltigen und langfristigen Kundenstamm. Der rechtliche Schutz von Marken und gewerblichen Schutzrechten sei daher eine notwendige Maßnahme, um den wirtschaftlichen Erfolg sicherzustellen.

Standort- und Technologiefragen

„Die Herkunft von Marken ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil in unserer globalen Wirtschaft“, betonte Alexander Biach von der WK Wien.  Dies gelte insbesondere für Städte und Regionen. Auch für Bettina Rieger, Managing Partner bei Essentio, zählen Marken und das dahinter stehende geistige Eigentum zu den wichtigsten Unternehmenswerten. Diese gelte es langfristig und sicher zu steigern. Einen wesentlichen Beitrag würde dabei die Blockchain-Technologie und ihre Möglichkeiten leisten. Dabei könne der der Vermögenswert Marke tokenisiert werden und somit ein „alternatives Finanzierungsinstrument“ für Marken und intellectual property (IP)-Rechte“ schaffen.

Investitionsturbo zünden

Dass Marken und IP-Rechte als Kollateral für Finanzierungen dienen können“, betonte auch Hrebicek. „In einer unserer letzten Studien sehen wir, dass starke Marken auch weniger Zinsen bezahlen.“ Eine bessere Verfügbarkeit von alternativen Finanzierungsformen, basierend auf der monetären Bewertung von Marken und IP-Rechten, würde mehr Wachstum freisetzen und Unternehmen in die Lage versetzen noch mehr zu investieren und zu innovieren. Dies gelte speziell für innovative Unternehmen, die in der Regel nur wenige materielle Vermögenswerte besitzen, aber relativ reich an Innovationen sind, so der Markenexperte.