Cyberangriffe: KMU massiv bedroht
Inhalt
- Warum Cyberangriffe auf KMU stark zunehmen
- Wirtschaftsspionage wird zum Sicherheitsrisiko
- So unterstützt die WK Wien betroffene Betriebe
- Prävention wird für Unternehmen immer wichtiger
Cyberangriffe, Sabotage und Wirtschaftsspionage werden für Wiens Unternehmen zur wachsenden Gefahr. Besonders kleine und mittlere Betriebe geraten zunehmend ins Visier von Cyberkriminellen und fremdstaatlichen Akteuren. Laut Wirtschaftskammer Wien unterschätzen viele KMU die Bedrohungslage noch immer.
Die Sicherheitslage für Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren massiv verändert. Neben klassischen Hackerangriffen nehmen auch Desinformation, Spionage und hybride Einflussoperationen zu. Betroffen sind längst nicht mehr nur IT-Systeme, sondern auch Mitarbeiter, Lieferketten, Produktionsprozesse und sensible Unternehmensdaten.
Cyberangriffe treffen nicht nur Großkonzerne. Gerade kleine und mittlere Betriebe zählen zu den häufigen Zielen, weil Sicherheitsmaßnahmen oft unterschätzt werden.
Warum Cyberangriffe auf KMU stark zunehmen
Besonders kleine und mittlere Unternehmen gelten als attraktive Ziele für Cyberkriminelle. Viele dieser Betriebe sind international erfolgreich und verfügen über hochspezialisiertes Know-how, oft ohne große öffentliche Aufmerksamkeit. Genau dieses Wissen macht sogenannte "Hidden Champions" angreifbar.
Zudem erleichtern automatisierte Attacken und Künstliche Intelligenz Cyberangriffe deutlich. Laut einer aktuellen KPMG-Erhebung war bereits jedes sechste Unternehmen in Wien erfolgreich von einem Angriff betroffen. Jedes fünfte Unternehmen meldete zudem einen Anstieg der Attacken im Vergleich zum Vorjahr.
"Cyberangriffe treffen nicht nur Großkonzerne. Gerade kleine und mittlere Betriebe zählen zu den häufigen Zielen, weil Sicherheitsmaßnahmen oft unterschätzt werden", erklärt Martin Heimhilcher, Obmann der Sparte Information und Consulting der WK Wien.
Wirtschaftsspionage wird zum Sicherheitsrisiko
Neben Cybercrime gewinnt auch wirtschaftlich motivierte Spionage zunehmend an Bedeutung. Die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) beobachtet verstärkt fremdstaatlich gesteuerte Angriffe auf österreichische Unternehmen.
Im Fokus stehen dabei vor allem Forschungsdaten, Produktionsverfahren und technologische Innovationen. Unternehmen müssen deshalb nicht nur wirtschaftlich erfolgreich agieren, sondern ihre Kernkompetenzen aktiv absichern.
Der Schutz kritischer Infrastruktur und sensibler Daten entwickelt sich damit immer stärker zu einem zentralen Faktor für den Wirtschaftsstandort Österreich.
So unterstützt die WK Wien betroffene Betriebe
Die Wirtschaftskammer Wien bietet Unternehmen seit 2017 eine eigene Cybersecurity-Hotline an. Unter der Nummer 0800 888 133 erhalten Betriebe rund um die Uhr Ersthilfe sowie Kontakt zu spezialisierten IT-Dienstleistern.
Zusätzlich setzt die WK Wien auf Informationsveranstaltungen und Präventionsarbeit. Unternehmen sollen dadurch Sicherheitslücken frühzeitig erkennen und organisatorische sowie technische Schutzmaßnahmen umsetzen.
"Viele Angriffe lassen sich durch einfache organisatorische und technische Maßnahmen verhindern. Unser Ziel ist es, Betriebe dabei konkret zu begleiten und Schwellenängste abzubauen", so Heimhilcher.
Prävention wird für Unternehmen immer wichtiger
Experten sind sich einig: Die Kombination aus staatlicher Sicherheitsarbeit, technischer Prävention und unternehmerischer Verantwortung wird entscheidend sein, um die Widerstandsfähigkeit österreichischer Unternehmen langfristig zu stärken. Gerade für KMU wird Cybersicherheit damit zunehmend zur wirtschaftlichen Überlebensfrage.