Christbaum-Vergleich: Beauty and the Beast

Zwei Bäume, die kaum unterschiedlichere Reaktionen hervorrufen könnten, prägen schon die weihnachtliche Silhouette Wiens. Während die Tanne vor der imperialen Kulisse Schönbrunns allseits den Geschmack der Bevölkerung zu treffen scheint, wühlt der Weihnachtsbaum vor dem Rathausplatz die Gemüter auf. Die Spende aus dem Burgenland wird in der Netz-Community mit Spott und Häme bedacht. „Schiache Staudn“ ist dabei noch das harmloseste Attribut, dass die SM-Style-Polizei bereithält.

Burgenland-Stange

Die 100 Jahre alte und 30 Meter hohe Fichte, die demnächst den Wiener Christkindlmarkt am Rathausplatz überstrahlen soll, wirkt in der Tat etwas zerzaust. Der aus dem Forst der Familie Esterházy stammende Weihnachtsgruß, wird aber wie in jedem Jahr noch bis zur feierlichen Eröffnung der X-Mas-Saison von den städtischen Baum-Flüsterern in Form gebracht. Bis dahin ist auch noch etwas Zeit: Die Lichter lassen Bürgermeister Michael Ludwig und Burgenlands Landeshauptmann am 13. November angehen.

Christbaum wird mit Kran aufgestellt | Credit: Andreas Tischler/picturedesk.com

Prachtstück aus dem Paradies

Den Schönbrunner Weihnachtsmarkt ziert indes schon jetzt eine wahre Weihnachtsschönheit, wie viele Wiener meinen. Die hundert Jahre alte Tanne mit elysischen Wurzeln hat bereits ihren Platz im Ehrenhof eingenommen. Nomen est omen: Das 18 Meter hohe Prachtstück kommt aus dem Revierteil der Österreichischen Bundesforste mit dem klingenden Namen Paradies. Den Transport aus den oberösterreichischen Kalkalpen hat der Baum sichtlich unbeschadet überstanden. Auch die Aufstellung per Kran durch die Experten des Forstamtes Wien hat ihm kaum eine Nadel gekostet.   

Frisch aufgestellter Christbaum vorm Schloss Schönbrunn| Credit: ÖBf-Archiv/Wolfgang Simlinger, www.weihnachtsmarkt.co.at/FOTOFALLY

Naturschön

Die Bundesforste sind seit jeher Schönbrunner Baumpaten, die die Suche nach dem Schmuckstück mit akribischer Verve und sehr viel Liebe zum Detail betreiben. Seit dem Sommer sei man auf der Suche nach dem passenden Exemplar gewesen, eine letzte Expedition im September habe schließlich den Sieger gefunden, erzählt Bundesforste-Vorstand Rudolf Freidhager. „Der Baum ist eine wahre Naturschönheit: groß und sehr gleichmäßig gewachsen. Selten findet man Tannen in dieser Größe und Pracht.“

Jetzt wird der Baum noch mit 1.000 LEDs veredelt. Feierlicht illuminiert wird die Tanne bei der Eröffnung des Weihnachtsmarkts am 20. November.

Autor: Rudolf Grüner, 04.11.2021