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zwei Kellner stellen im Kaffeehaus die Sessel auf den Tisch
Sperrstunde: Die Kellner im Café Central machen zu. Im Herbst können die Gäste wieder Platz nehmen.
Sperrstunde: Die Kellner im Café Central machen zu. Im Herbst können die Gäste wieder Platz nehmen.
Verkehrsbuero/LauraSchröder

Café Central schließt: Das ist der Grund

16.03.2026 um 15:58, Rudolf Grüner
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Vorübergehend geschlossen: Das legendäre Café wird umfassend renoviert. Rechtzeitig zum 150-jährigen Jubiläum soll es im kommenden Herbst neu eröffnen.

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Die kaiserlichen Portraits von Sisi und Franzl wurden heute abgehängt. Das Café Central in der Herrengasse hat damit ab sofort seine Türen geschlossen; allerdings nur für kurze Zeit. 

Grund ist eine umfassende Generalsanierung des historischen Kaffeehauses. Rechtzeitig zum 150-jährigen Bestehen soll das Traditionslokal im Herbst 2026 wieder öffnen.

Erneuert wird vor allem die technische Infrastruktur. Man wolle das Gebäude für die kommenden Jahrzehnte fit machen, wie die Betreiber von Palais Events, einem Tochterunternehmen des Tourismuskonzerns Verkehrsbuero, heute im Zuge eines medial begleiteten Closing-Events wissen ließen. 

Pop-up-Café soll Wartezeit überbrücken

Ganz ohne Central-Flair müssen Gäste während der Bauphase dennoch nicht auskommen. Auf der Freyung eröffnet mit dem "Decentral" eine temporäre Dependance, die das klassische Kaffeehausangebot in verkleinerter Form weiterführen wird.

Technik wird erneuert, Charakter bleibt

Die letzte große Renovierung von Café Central und Palais Ferstel liegt rund 40 Jahre zurück. Entsprechend steht nun vor allem die Technik im Fokus. Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektrotechnik werden komplett erneuert, auch Küchen- und Produktionsbereiche werden neu organisiert.

Laut Geschäftsführung soll die Modernisierung jedoch behutsam erfolgen. Stammgäste, die im Herbst an ihr Lieblingsplatzerl zurückkehren, dürften den historischen Charakter des Hauses also wiedererkennen.

Restaurierung statt Erneuerung

Möbel und Einrichtungsdetails werden restauriert oder, wenn nötig, originalgetreu nachgebaut. Dazu zählen unter anderem Thonet-Stühle, Stoffe des Wiener Traditionsunternehmens Backhausen und historische Luster.

Die Planung übernimmt Architekt Peter Klein, der bereits früher an Renovierungen im Palais Ferstel beteiligt war. Ziel sei es, die besondere Atmosphäre des Gebäudes zu erhalten und gleichzeitig technische Verbesserungen umzusetzen, sagt der Experte. 

Mitarbeiter bleiben im Einsatz

Trotz der Schließung legt fast die gesamte Belegschaft keine Pause ein. Die 135 Mitarbeiter werden während der Bauphase großteils in anderen Betrieben von Palais Events eingesetzt. Auch die 17 Lehrlinge setzen ihre Ausbildung fort, teilweise an renommierten Adressen im Ausland.

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