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Theater an der Wien_außen
Peter M. Mayr

225 Jahre Theater an der Wien

11.05.2026 um 10:04, Andi Dirnberger
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Das Theater an der Wien feiert sein 225-jähriges Bestehen und präsentiert zum Jubiläum ein Programm aus Meisterwerken, Neuentdeckungen und neuen Formaten.

Am 13. Juni 1801 öffnete das neu errichtete Theater an der Wien seine Pforten. Zum 225-jährigen Bestehen dieses geschichtsträchtigen Hauses zeigt das MusikTheater an der Wien in der Saison 2026/27 seine bedeutende Rolle in der Entwicklung der allumfassenden Kunstform. Einziger Wermuthstropfen: Die zweite Spielstätte, die Kammeroper am Fleischmarkt, kann aus budgetären Gründen bis auf Weiteres nicht bespielt werden.

Der Goldene Hahn
Nikolai Rimski-Korsakow steht am Jubiläumsspielplan.

Fokus auf Willkür von Macht

Inhaltlich liegt der Fokus in der Saison 2026/27 auf Werken, die sich mit der Willkür von Macht und ihren Folgen für die Gesellschaft und das Individuum befassen. Schon die frühen Meister der Oper behandelten dieses Thema eindringlich, so etwa Francesco Cavalli in "La Calisto" (1651). Gemeinsam mit der Lautenistin und Dirigentin Christina Pluhar und ihrem Ensemble L’Arpeggiata bringt Intendant und Regisseur Stefan Herheim diese frühe, auf Ovids Metamorphosen basierende Barockoper als kosmisches Zaubertheater auf die Bühne. 

Theater an der Wien_La Calisto
Intendant und Regisseur Stefan Herheim.

Vera-Lotte Boecker in La Caslisto

Mit Vera-Lotte Boecker führt eine der vielfältigsten Sopranistinnen der Gegenwart ein herausragendes Vokalensemble mit u.a. Milan Siljanov, Giuseppina Bridelli, Marcel Beekman und Jake Arditti an (Premiere am 16. September 2026, Koproduktion mit der Staatsoper Unter den Linden Berlin).

225 Jahre_Theater an der Wien_Vera_Lotte_Boecker
Vera-Lotte Boecker

Der fliegende Holländer

Zwei Jahrhunderte später hat Richard Wagner mit seiner romantischen Oper "Der fliegende Holländer" den Anspruch seines späteren Gesamtkunstwerks eindrucksvoll vorweggenommen. Indem er das faszinierende Porträt von Senta ins Zentrum seiner Inszenierung stellt, hinterfragt Regisseur Philipp Stölzl das Frauenbild des 19. Jahrhunderts. Neben den arrivierten Wagner-Interpreten Jordan Shanahan und Wilhelm Schwinghammer debütiert die kanadische Sopranistin Ambur Braid in Wien (Premiere am 17. Oktober 2026, Koproduktion mit der Staatsoper Unter den Linden Berlin).

225 Jahre Theater an der Wien
Die amerikanisch-österreichische Regisseurin Louisa Muller wird Il piccolo principe erstmals in Wien in Szene setzen.

Il piccolo principe - Der kleine Prinz

Die Erzählung von dem kleinen Prinzen, der von Planet zu Planet reist und viele kuriose Begegnungen erlebt, und dem Piloten, der sich auf der Suche nach seinem inneren Kind befindet, gehört zu den Klassikern der Literatur. Kein geringeres Theater als die Mailänder Scala gab den Auftrag, daraus die Familienoper Il piccolo principe (Der kleine Prinz) zu machen. Mit Emilie Renard in der Hauptrolle und Gábor Kali am Pult der Wiener Symphoniker, wird die amerikanisch-österreichische Regisseurin Louisa Muller diese zum ersten Mal in Wien opulent und fantasievoll in Szene setzen. Einzelkarten für die Familienoper gibt es ab sofort zu kaufen (Premiere ist am 18. Dezember 2026).

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